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Bruckners vierte Sinfonie, die den von ihm selbst gewählten Beinamen "Romantische" trägt, zählt wohl zu den beliebtesten Sinfonien des österreichischen Komponisten. Bruckner selbst beschreibt die Stimmung, die den ersten Satz Sinfonie auszeichnet, so: Das Horn ruft vom Rathaus einer mittelalterlichen Stadt einen neuen Tag aus. Der Gesang der Kohlmeise Zizipe erklingt. Mit "Lied, Gebeth, Ständchen" betitelt er den zweiten Satz. Beim Scherzo, das in der Zweitfassung der Sinfonie vollständig ersetzt wurde, experimentierte er mit den Grenzen des traditionellen Scherzos. Ergebnis ist ein ungewöhnlich kraftvoller und mächtiger Satz. Im Jahr 1880 fügte er ein ganz neues, rhythmisch gemäßigteres Finale an, welches das Hauptthema des ersten Satzes wieder aufgreift.
Sir Roger Norrington orientiert sich in allen Konzerten und Einspielungen der Musik des 18. und 19. Jahrhunderts mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart an den originären Vorstellungen der Komponisten. Da sich Bruckner von Freunden, Schülern und Kritikern oft zur Überarbeitung seiner Werke bewegen ließ, hält sich Norrington für diese Aufnahme an Bruckners originale Intentionen hinsichtlich Tempi, Musikeranzahl, Phrasierung und Artikulation. Er verzichtet außerdem auf das im 20. Jahrhundert in Mode gekommene Vibrato und wählt mit der ersten von insgesamt drei Fassungen der Es-Dur-Sinfonie die wohl ursprünglichste und am wenigsten fremdbeeinflusste Version.
Anton Bruckner
Sinfonie Nr. 4 WAB 104
"Romantische", Erstfassung 1874 in Es-Dur
Letzte Änderung am: 11.02.2009, 12.29 Uhr
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