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Bruckner schrieb seine dritte Sinfonie 1873 und überarbeitete sie zwei Mal vollständig. Er widmete sie dem hoch verehrten Richard Wagner, der als Widmungsträger gar zwischen Bruckners zweiter und dritter Sinfonie auswählen durfte. Nicht nur formell, auch inhaltlich zeigt sich die Brucknersche Ergebenheit: Durch alle Sätze der Sinfonie finden sich Zitate aus Wagners Opern "Tristan und Isolde", "Walküre" und "Die Meistersinger von Nürnberg".
Nicht alle Zeitgenossen verstanden Bruckners kompositorische Intentionen. So verarbeitete Bruckner mithilfe der Wagner-Zitate den Tod seiner Mutter, dem in der Sinfonie ein Fürbittengebet an Christus und die Jungfrau Maria vorangeht. Auch die weiträumige, heutzutage als wissenschaftlich durchdacht angesehene Struktur seiner Werke fand zu Bruckners Zeit wenig Anerkennung. Doch gewinnt Bruckners Musik mit dieser Sinfonie ihre unverwechselbare Originalität.
Sir Roger Norrington orientiert sich in allen Konzerten und Einspielungen der Musik des 18. und 19. Jahrhunderts mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart an den originären Vorstellungen der Komponisten. So wird auch hier historische Bogenführung, Phrasierung und Artikulation angewandt, auf das Vibrato verzichtet und Bruckners ursprüngliche Tempoangaben beachtet.
Anton Bruckner
Sinfonie Nr. 3 WAB 103
"Wagner-Sinfonie", Erstfassung 1873 in d-Moll
Letzte Änderung am: 11.02.2009, 12.25 Uhr
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