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Sir Roger Norrington schreibt über diesen Live-Mitschnitt im CD-Booklet:
"Dies ist die zweite Mahler-Sinfonie, die ich mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart eingespielt habe. Ebenso wie bei der Aufnahme von Mahlers Erster komen darin historische Aufführungspraktiken, wie die Größe des Orchesters, Sitzordnung, Stil und Klang zum Ausdruck, die für das RSO und mich von größter Wichtigkeit sind. Das auffallendste Merkmal ist natürlich das vibratofreie Spiel, das man bei einer Mahlersinfonie möglicherweise seit Bruno Walters Live-Aufnahme der Neunten mit den Wiener Philharmonikern nicht mehr gehört hat. Bei den Orchestern im Wien zu Mahlers Zeit war das Dauervibrato unbekannt, wie deutlich aus Aufnahmen aus den 1920er und 1939er Jahren hervorgeht.
Bei dieser Aufnahme werden Mahlers Erwartungen an eine zeitgenössische Aufführung ernst genommen. Die Größe des Orchesters ist natürlich in der Partitur vorgegeben. Allerdings unterscheidet sich die Sitzordnung von der vieler heutiger Orchester und richtet sich nach der um 1900 üblichen Aufstellung. Die ersten und zweiten Violinen sitzen einander am vorderen Rand der Bühne gegenüber, die Kontrabässe sind hinten in einer Reihe angeordnet.
Mahler komponierte seine vierte Sinfonie zwischen 1899 und 1900. Der letzte Satz, das Lied "Das himmlische Leben", wurde jedoch bereits 1882 geschrieben. Mahler hatte dieses Lied als Abschluss der dritten Sinfonie geplant. Er änderte jedoch seine Meinung, und so wurde die Vierte zum Vorspiel für den gesungenen Finalsatz. In den ersten drei Sätzen wird an verschiedenen Stellen Material aus dem Lied verwendet. Bei der gesamten Sinfonie geht es eideutig um die Welt aus der Sicht eines Kindes."
01 Bedächtig. Nicht eilen
02 In gemächlicher Bewegung. Ohne Hast
03 Ruhevoll. Poco adagio
04 Sehr behaglich; Text: "Die himmlischen Freuden" aus "Des Knaben Wunderhorn"
Letzte Änderung am: 11.02.2009, 10.41 Uhr
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