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Anfang des 20. Jahrhunderts wandte sich Bartók der Erforschung der ungarischen Bauernmusik zu. Er sah darin eine Möglichkeit, "sich von der Alleinherrschaft des bisherigen Dur- und Mollsystems" vollständig zu emanzipieren. Die Musik, die er damals komponierte, habe allerdings "in Budapest großen Widerspruch" hervorgerufen. "Grund des Nichtverstehens war auch, dass unsere neuen Orchesterwerke fast durchweg nur in ziemlich unvollkommmener Weise zur Aufführung gelangten, denn es war weder ein verständnisvoller Dirigent noch ein geeignetes Konzertorchester vorhanden." In den darauffolgenden Jahren wandelte sich die Situation und er konnte 1917 an der Budapester Oper sein Tanzspiel "Der holzgeschnitzte Prinz" "durch die Fürsorge des Kapellmeister Egisto Tango endlich musikalisch tadellos aufgeführt" hören. Und hatte damit Erfolg beim Publikum.
Bartók-Biograph Tadeusz A. Zielinski charakterisiert die Musik als ihren "stilistischen Mitteln nach breit gefächert": die Partitur des Holzgeschnitzten Prinzen weise sowohl "impressionistische Koloristik" als auch "scharfe Groteske", sowohl "pseudoromantisches Pathos" als auch "kühne harmonische Einfälle" auf, von ihrer mitunter sogar "fast traditionellen Struktur" ganz zu schweigen.
1940 war der bald 60-jährige Bartók vor dem "Räuber- und Mördersystem" der Faschisten nach Amerika geflohen. Er war krank und mittellos. Der Kompositionsauftrag von der Kussewitzky Foundation kam gerade recht. Am 1. Dezember 1944 wurde das "Konzert für Orchester" in Boston uraufgeführt, es dirigierte Sergej Kussewitzky – der im übrigen meinte, diese Kompositon sei das "beste Orchesterwerk der letzten 25 Jahre". Bartók schrieb in der Einführung für das Programmheft: "Die Atmosphäre der Komposition kann – vom spaßigen zweiten Satz einmal abgesehen – als schrittweiser Übergang von dem Ernst des ersten und der Klagehaltung des dritten zur Lebensbejahung des Schluss-Satzes angesehen werden."
(Aus dem CD-Booklet)
01-07: "Der holzgeschnitzte Prinz". Große Suite aus dem Tanzspiel in einem Akt op. 13
08-12: Konzert für Orchester
Letzte Änderung am: 27.06.2008, 14.48 Uhr