Seite vorlesen:
Seiner Sinfonie in drei Sätzen, die 1945/46 fertiggestellt wurde, teilt Stravinsky in dem New Yorker Uraufführungs-Programmheft mit, "liegt kein Programm zugrunde [...] Allerdings mag es sein, dass die Reaktion, die unsere schwierige Zeit mit ihren heftigen und wechselnden Ereignissen, ihrer Verzweiflung und Hoffnung, ihrer unausgesetzten Peinigung, ihrer Anspannung und schließlich Entspannung bei mir ausgelöst hat, seine Spuren in dieser Sinfonie hinterlassen hat. Später bezeichnete er sie rundweg als seine "Kriegs-Sinfonie", eine jede ihrer Episoden sei "mit einer bestimmten kinematographischen Bilderfolge vom Krieg verknüpft".
Auch die Sinfonie in C ist in einer schwierigen, ja tragischen Zeit entstanden: die ganze Familie war schlimm erkrankt, Tochter und Frau starben. Doch keineswegs habe der persönliche Kummer seine künstlerische Arbeit beinflusst, so Stravinsky. Seine Emigration 1939 von Frankreich in die USA hingegen habe Spuren hinterlassen: "Der dritte Satz, in Cambridge/Massachusetts komponiert, und der vierte Satz, in Hollywood entstanden, sind im Geiste sehr verschieden von den ersten beiden, von der europäischen Hälfte [...] Der erste Satz ist der einzig umfangreiche im ganzen Umkreis meines reiferen Werkes, der ohne Taktwechsel auskommt, wohingegen die metrischen Unregelmäßigkeiten des dritten Satzes zu den extremesten meines kompositorischen Schaffens gehören."
Bei der Komposition der Psalmensinfonie schwebte ihm eine Sinfonie mit großer kontrapunktischer Entwicklung vor und bei der Chor und Orchester völlig gleichwertig sind. Den 150. Psalm wählte er, um sich "den vielen Komponisten entgegenzustellen, die diese stolzen Verse als Sündenbock ihrer eigenen lyrisch-sentimentalen Gefühle missbraucht hatten."
01-03 Sinfonie in drei Sätzen
04-07 Sinfonie in C
08-10 Psalmensinfonie
Letzte Änderung am: 04.02.2009, 16.26 Uhr