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Das Klavier steht im Mittelpunkt des Festivals
17 Uraufführungen bietet das ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart vom 9. bis 12. Februar 2012 im Theaterhaus. Bei zehn davon steht das Klavier als Soloinstrument, als Partner anderer Instrumente und im Verbund mit der Elektronik im Mittelpunkt: Fünf Pianisten "ertasten" neue Möglichkeiten auf diesem traditionsbeladenen Instrument. An zwei Uraufführungen ist das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart beteiligt.
Freitag, 10. Februar 2012, 20 Uhr
Stuttgart, Theaterhaus T1
Madeleine Ruggli: "réfractions" für Klavier solo (UA)
Stefan Pohlit: "Taroq" für Orchester (UA)
Sojeong Ahn: "LOL" für Klavier solo mit Zuspiel (UA)
Magnus Lindberg: "Souvenir in memoriam Gérard Grisey" für 20 Instrumente (DE)
Sandeep Bhagwati: "Limits and renewals". Drei Sätze für sechs Stimmen und großes Orchester (UA)
Neue Vocalsolisten
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR
Dirigent: Matthias Pintscher

Probenfoto mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR im Theaterhaus
Stephan Pohlits Titel "taroq" verweist auf den möglichen Ursprung des Wortes in der arabischen Sprache, wo es im Plural "Wege" bedeutet. Pohlit hat die Partitur als traditionelle Sonatenform konzipiert, "wodurch sich die exzentrische Haltung des Werkes im formalen Rahmen logisch verfolgbarer Tonbeziehungen entfaltet", so der Komponist. Immer wieder gibt es Momente, wo sich in kammermusikalisch filigraner Durchhörbarkeit die Farben unterschiedlichster Instrumente zu einem harmonischen Feld zusammenbinden.
Magnus Lindberg schrieb "Souvenir" im Gedenken an seinen Lehrer Gérard Grisey, dessen Spektralmusik auf Lindbergs Harmonik großen Einfluss ausgeübt hat. Es besteht aus drei Sätzen, die der Komponist wie folgt umschreibt: "Der erste ist wie ein Strudel, schnelle und dicht gedrängte Ereignisse, die miteinander kollidieren; der zweite hat eine langsamere Gangart im Sinne eines einzigen Impulses, aber noch mit brodelnder Oberfläche;der dritte ist ein schneller Satz mit einem offensichtlichen toccataartigen Ende."
Dem Orchesterzyklus "Limits & Renewals" könnte laut Sandeep Bhagwati ein Programm im Nachhinein unterlegt werden: "Entrances – die haltlose Jagd nach mehr von allem endet in Kollaps, Sublimierung und Herzrasen / Inscapes – die Krise, die innere Nacht, erzeugt falsche Konflikte, Dualitäten und entstellt so die Vielfalt der Welt / Apparitions – wenn man nicht weiß wohin, scheinen Vergangenes und Futurismen ineinander untrennbar verschlungen: Von wo kommt das Rettende?"
Ausführliche Informationen zum Programm des Festivals unter www.eclat.org
Theaterhaus Stuttgart
Siemensstraße 11
70469 Stuttgart
Telefon: 0711.4020720
Letzte Änderung am: 31.01.2012, 17.07 Uhr