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Frag SWR-Odysso Warum geht Basilikum so schnell ein?

aus der Sendung vom Donnerstag, 29.8.2013 | 22.00 Uhr | SWR Fernsehen

Basilikum im Topf ist ein beliebtes Küchenkraut. Doch nach einer Woche ist die Pflanze meistens hin. Woran liegt das, fragt Rapper Smudo von den Fantastischen Vier. Wird das Basilikum speziell behandelt, damit es schnell eingeht? Smudo macht den Test.

Berührung simuliert Wind und Regen

Es kursieren viele Tipps wie die Lebensdauer von Topfbasilikum in der Küche verlängert werden kann: viel Wasser, wenig Wasser, viel Licht, umtopfen – doch was führt wirklich zum Erfolg? "Frag SWR-Odysso"-Reporter Axel Wagner begibt sich zur Landesversuchsanstalt für Gartenbau in Heidelberg.

Hier wird daran geforscht, die Produktion von Topfkräutern zu optimieren. In den Gewächshäusern experimentiert der Versuchsingenieur Robert Koch unter anderem mit Basilikum und wendet dabei eine eher ungewöhnliche Methode an: Er streichelt die Pflanzen. Über große Tische mit Topfbasilikum fährt ein sogenannter "Streichelwagen". 108 Mal am Tag berühren von oben herab hängende Stoffstreifen die Pflanzen. „Die Berührung simuliert Wind und Regen in der Natur“, erklärt Robert Koch, "die Pflanzen wachsen kompakter und sind später weniger verletzungsanfällig beim Transport". Thigmomorphogenese wird diese Veränderung der Pflanzengestalt durch äußere Einflüsse genannt.

Künstlich verseuchter Boden – ein Mythos

Woran liegt es, dass viele Basilikum-Pflanzen aus dem Supermarkt in der heimischen Küche nach nur wenigen Tagen eingehen? "Diese Pflanzen haben häufig einen sehr langen Transportweg hinter sich", erläutert der Versuchsingenieur, "sie erhalten dabei oft zu wenig Licht und Wasser, und werden manchmal sogar gekühlt". Für ein Mittelmeergewächs, das am besten bei Temperaturen um die 20 Grad Celsius gedeiht, ist das natürlich nicht optimal. Immer wieder wird auch der Verdacht geäußert, dass der verwendete Boden minderwertig und möglicherweise sogar durch Mikroben oder Pilze belastet sei, so dass die Pflanze schnell kaputt geht, und der Kunde eine neue kauft. Die Bodenanalysen in einem Speziallabor weisen jedoch weder Pilze noch andere verdächtige Keime auf.

„Vereinzelung“ und optimale Wassermenge

Zusammen mit Robert Koch möchte "Frag SWR-Odysso"-Reporter Axel Wagner testen, wie man die Pflanzen nach dem Kauf behandeln sollte und hat einige Basilikum-Töpfe aus Supermärkten mitgebracht.

Der Experte der Landesversuchsanstalt für Gartenbau schlägt vor, eine Pflanze auf drei Töpfe aufzuteilen: "Die einzelnen Pflanzen haben so weniger Konkurrenz um Wasser, Licht und Nährstoffe". Und tatsächlich wirken die vereinzelten Pflanzen nach fünf Tagen grüner und gesünder als die Pflanzen, die dicht gedrängt in den Töpfen wachsen. Von essentieller Bedeutung ist auch die Wasserversorgung. Zu viel Feuchtigkeit begünstigt z. B. die Bildung von Grauschimmel, der an braunen oder grauen Blättern zu erkennen ist. Als optimale Menge empfiehlt der Versuchsingenieur täglich ein Zehntel des Topfvolumens. Die so versorgten Exemplare zeigen im Versuch nach fünf Tagen den besten Zustand.

Viel Licht und richtige „Ernte“

Im Gewächshaus bekommt die Basilikum-Pflanze ausreichend Licht, doch zuhause auf dem Fensterbrett ist die Situation eine andere. Um dies zu simulieren platziert Robert Koch einige der Pflanzen unter einem Schattiergewebe.

Nach fünf Tagen zeigen diese noch keinen großen Unterschied zu den Pflanzen, die optimales Licht erhalten haben. Wenn jedoch zum Lichtmangel Wassermangel hinzu kommt, verlassen die Pflanze bald die Kräfte. Doch was hält der Experte nun für den entscheidenden Faktor? "Wenn ich meinen Basilikum optimal wässere, täglich und immer die definierte Menge", sagt Robert Koch, "dann kann ich sie lange am Leben erhalten." Und er hat noch einen weiteren Tipp: Wenn man das Basilikum vorsichtig direkt über den Blattachsen aberntet, können die Seitentriebe weiter wachsen, und die Pflanze bleibt länger am Leben.


Axel Wagner | Mark Sonnenschein

Letzte Änderung am: 19.07.2013, 23.34 Uhr

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