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Dramatische Zunahme der Nashorn-Wilderei  Viel Leid für ein bisschen Horn

Die Zahl der gewilderten Nashörner hat im vergangenen Jahr um 50 Prozent zugenommen. Der illegale Handel mit Rhinozeros-Hörnern blüht vor allem in Asien, wo sich immer mehr Menschen das als Heilmittel verwendete Nashornpulver leisten können.

Ein Militärhubschrauber transportiert ein schwarzes Nashorn

Ein Militärhubschrauber transportiert ein schwarzes Nashorn in ein Schutzgebiet

Wie die Artenschutzorganisation TRAFFIC berichtet, haben Wilderer im Jahr 2012 fast 670 Nashörner illegal getötet, um an die begehrten Hörner der Tiere zu gelangen [mehr]. Im beliebtesten Safari-Ziel für Touristen in Südafrika, dem Krüger-Nationalpark, wurde mit Abstand am meisten gewildert. Zwei Drittel der abgeschlachteten Tiere lebten hier. Das Pulver ihrer Hörner hat zwar im Grunde die gleiche chemische Zusammensetzung wie Fingernägel, gilt dennoch in vielen asiatischen Ländern als wirksame Medizin etwa gegen Fieber. Die Nachfrage ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen, wodurch das Nashorn mittlerweile als das am stärksten gefährdete Großsäugetier gilt. Weltweit gibt es nur noch fünf Arten, die meisten von ihnen sind vom Aussterben bedroht.

Heil und Potenzmittel? Wie Tiere zur Apotheke werden (Quelle: SWRinfo)

Kleine Erfolge im Kampf gegen die Wilderei

Fast dreihundert Menschen wurden im vergangenen Jahr wegen Nashornwilderei und Schmuggel festgenommen, einer der Wilderer wurde gar zu 40 Jahren Haft verurteilt. Um die Nashörner künftig effektiver zu schützen, haben Vietnam (als Zielland des Horn-Schmuggels) und Südafrika (als Exportland) im vergangenen Monat eine Vereinbarung unterzeichnet, nach der sie künftig gemeinsam gegen die Wilderei und den Hornhandel vorgehen wollen. Vor allem Südafrika kommt im Kampf für das Überleben der Nashörner eine entscheidende Rolle zu: hier leben drei Viertel der afrikanischen Nashörner.

Der Nashornhandeln lohnt sich: Der Marktwert für ein Kilogramm Nasenhorn liegt derzeit zwischen 20.000 und 50.000 Dollar. An die Wilderer selbst fließt dabei nur ein Bruchteil des Preises, der Großteil bleibt bei Schmugglern und Zwischenhändlern hängen.

Sabine Schütze; Onlinefassung: Stephan Braig

Letzte Änderung am: 11.01.2013, 10.04 Uhr