Lebensmittel von nebenan

Neues Siegel - Testphase für das Regionalfenster

Alice Thiel-Sonnen; Onlinefassung: Stephan Braig

Künftig sollen Kunden dank dem "Regionalfenster" schneller erkennen, woher die Zutaten für Lebensmittelprodukte stammen und wo diese verarbeitet wurden. Zunächst soll das neue Siegel für einige Wochen getestet werden - doch erste Kritik gibt es bereits jetzt.

Regionale Lebensmittel

Regionale Lebensmittel aus Rheinland-Pfalz

Bei Obst und Gemüse ist es schon Pflicht, dass Kunden beim Kauf direkt erkennen können, woher die Produkte stammen – zumindest aus welchem Land. Bei verarbeiteten Lebensmitteln wie Nudeln, Dosensuppen und Tiefkühlpizzen wird es dagegen schon schwieriger, beim Einkauf etwas über die regionale Herkunft zu erfahren, denn die Zutaten können aus aller Herren Länder stammen.

Regionalfenster Beispiel

So sieht das Regionalfenster aus

Doch das wollen die meisten Verbraucher gar nicht: Laut einer Umfrage achtet über die Hälfte beim Einkauf auf die regionale Herkunft der Lebensmittel. Das "Regionalfenster" soll die Orientierung künftig erleichtern.

Woher kommt das Schwein?

Der kleine viereckiger Aufkleber verrät dem Kunden, woher die Hauptzutat stammt und wo das Produkt verarbeitet wurde. Solche Regionalfenster als Kennzeichen werden jetzt auf verschiedenen Lebensmitteln in fünf Regionen Deutschlands getestet, unter anderem in einigen Edeka-Märkten im Raum Stuttgart.

Regionales vor Bio

Großes Interesse an regionalen Produkten

Laut Peter Klingmann, der für die Umsetzung des Regionalfensters zuständig ist, werden im Laufe der Testphase Verbraucherbefragungen in den Märkten durchgeführt. "Wir werden die Erkenntnisse sammeln, werden schauen, ob das Regionalfenster wahrgenommen und verstanden wird? Oder gibt es Dinge, die nach der Testphase vielleicht noch optimiert werden müssen?"

Erste Kritik wird laut

Bis zum Ende der Testphase braucht Peter Klingmann dafür nicht zu warten, denn er bekommt schon jetzt zu hören, was nicht optimal läuft. Nicole Weik vom Bundesverband der Regionalbewegungen kritisiert, dass das neue Zeichen auf Freiwilligkeit beruht – wer also weiter Mogelpackungen verkaufen will, kann das tun. Und im Regionalfenster mag zwar Baden-Württemberg stehen, aber die Nudeln können trotzdem deutschlandweit verkauft werden, das würde also dem Gedanken der kurzen Transportwegen widersprechen und sei nicht regional. [Interview mit Nicole Weik]

Was kann das neue Zeichen bewirken?

Naturmarkt Sächsische Schweiz

Produkte aus der Region

Der Kauf von Regionalprodukten kann die Landwirte oder Erzeuger vor Ort stärken und hält gleichzeitig die Wertschöpfung in der Region. Dadurch, dass regionale Produkte nur sehr kurze Transportwege verursachen, wird zudem die Umwelt geschont.

Für den Verbraucher mag das Fenster eine erste Hilfe sein, um auf der Verpackung direkt zu erkennen, woher zumindest die Hauptzutat des Produkts stammt. Viel weiter hilft der Blick durchs Regionalfenster beim Einkauf jedoch nicht.

Das sogenannte Regionalfenster soll als ein extra deklariertes Feld auf der Verpackung regional produzierter und vertriebener Lebensmittel kennzeichnen. Damit ein Produkt mit einem Regionalfenster gekennzeichnet wird, muss
- die Hauptzutat vollständig aus der Region stammen
- mindestens 51 Prozent des Gesamtgewichts der Zutaten regional sein.
Die ersten Produkte mit Regionalfenstern werden während der zwölfwöchigen Testphase u.a. im Raum Stuttgart in Edeka-Märkten erhältlich sein [Link].

Stand: 23.01.2013, 09.43 Uhr