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Aus der Sendung natürlich!

Sendung vom 28. August 2012  Magnetsinn und Heimkehrvermögen der Tiere

Ihre Geschichten gingen um die Welt und wurden millionenfach gelesen: die Story der Katze Jessie, die ganz Australien durchquert, die Meldung über Mischlingshund Zuco, der von Serbien bis nach Zagreb in Kroatien wandert oder die Geschichte von Kater Felix, der seine Familie verlässt und Wochen später in seiner ursprünglichen Heimat Berlin wieder auftaucht. Es ist ihr oft unglaublicher Orientierungssinn der Hunde und besonders Katzen wieder zurück in ihre Heimat führt.

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Ausreißer und Heimkehrer

Magnetsinn und Heimkehrvermögen der Tiere

Im Grünen,  1.9.2012 | 5:55 min

Noch komplexer und leistungsfähiger ist das Heimkehrvermögen der Reptilien und besonders der Zugvögel. Störche zum Beispiel überwinden bis zu 5000 Kilometer. Das ermöglicht der bei  Vögeln ausgeprägte Magnetsinn. Sehr gut erforscht sind diese Fähigkeiten bei Brieftauben. Sie nutzen einen inneren Kompass, ihren Magnetsinn, den Sonnenstand und die Sterne um den heimischen Schlag wieder zu finden.

Haustiere finden leicht zurück

Lassie

Auch Katzen machen es so. Über 2 Wochen war Pia aus Puderbach im Kreis Altenkirchen unterwegs. Die Familie glaubte nicht mehr an ihre Rückkehr. Plötzlich aber kratzte sie kurz vor Weihnachten wieder an die Tür. Unsere Nutztiere orientieren sich ebenfalls. Die weiß-braun gescheckte Kuh Yvonne aus Oberbayern war 3 Monate kilometerweit unterwegs. Eines Tages stand sie wieder auf der Wiese. Denn Kühe finden problemlos in ihren Stall zurück.

Einen noch besseren Orientierungssinn haben die Wildtiere. Wüstenameisen haben sogar eine Art Kompass mit Rechner und Schrittzähler im Kopf.
So finden sie ihr Zuhause in weit mehr als hundert Meter Entfernung. Im Vergleich zum Menschen wären das immerhin 150 Kilometer. Für die Amphibien ist ihr Orientierungssinn überlebenswichtig. Bis zu 12 Kilometer wandern Kröten in den Teich zurück, in dem sie einmal zur Welt kamen. Dort sorgen sie für Nachkommen.

Auch Reptilien gehören zu den Heimkehrern.

Das Leistenkrokodil in Brasilien z.B. überwindet Entfernungen von über 400 Kilometern um in sein Revier zurückzukehren.
Mehr als 3.000 Kilometer wandert unser heimischer Lachs aus den Ozeanen bis zu uns nach Rheinland-Pfalz in die Ahr, Sieg oder Nister. An seinen Geburtsort entlässt er dann eine neue Generation von Lachsen ins Leben.

Die Tiere mit dem wohl besten Navigationssystem sind zweifellos die Zugvögel. Um von ihren Brutplätzen in Europa zu ihren Winterquartieren in Afrika zu fliegen, legen Störche zum Beispiel bis zu 5.000 Kilometer zurück. Dabei finden sie nicht nur nach langer Reise ihre Reviere wieder, sondern wie in Bingen, exakt genau ihr Nest.

Weitere Informationen zum Thema Heimkehrverhalten und Magnetsinn:

Im-Grünen-Gesprächspartner Prof. Wolfgang Wiltschko ist emeritiert, arbeitet aber immer noch als Verhaltensforscher und Biologe an der Universität Frankfurt. Er hat 26 Jahre lang den Magnetsinn anhand von Brieftauben erforscht. Heimflüge von über 1000 Kilometern schaffen erwachsene Tiere spielend. Schon die Römer haben Tauben zur Nachrichtenübermittlung über weite Strecken eingesetzt. 1815 wurde der Sieg der englischen Truppen über Napoleon per Brieftaube von Waterloo nach England übermittelt.

Schon 1850 gab es einen Brieftaubendienst zwischen Brüssel und Aachen. Vor der Erfindung des Telegraphen waren Brieftauben die einzige Möglichkeit der Nachrichtenübermittlung, die deutlich schneller war als jeder Bote. Bis heute ist nicht ganz klar, womit sich Brieftauben hauptsächlich orientieren. Sicher ist, dass Magnetfeld und Sonne eine wichtige Rolle spielen. Prof. Wiltschko ist überzeugt davon, dass der Kontakt mit dem Magnetfeld der Erde über ein besonderes Molekül in der Netzhaut der Vögel zustande kommt. Von dort werden die Informationen an das Gehirn übermittelt.

Quelle: Odysso

Letzte Änderung am: 29.08.2012, 11.28 Uhr