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Butter-Ersatz  Vier Irrtümer über Margarine

Margarine ist die gesunde pflanzliche Alternative zu Butter! So zumindest hören wir es immer wieder in der Werbung und auch schon unsere Eltern wussten Bescheid. Doch hält die Kunstbutter den Erwartungen auch wirklich stand? Antworten von Sabine Schütze aus der SWR-Umweltredaktion.

Die Geschichte der Margarine begann mit Napoleon III, der sich für die Verpflegung seiner Truppen ein günstiges und haltbares Ersatzprodukt für Butter wünschte. Schnell wurde die Margarine auch in der Bevölkerung beliebt und gefragt. So wurde zum Schutz der Butter am 12. Juli 1887, also vor 125 Jahren, das "Margarine-Gesetz" erlassen, in dem unter anderem festgelegt war, dass sich Margarine eindeutig von Butter zu unterscheiden hatte. Die Margarine wurde ein eigenständiges Produkt.

Was kann die Margarine wirklich?

Heute hat sich die Diskussion, ob Margarine oder Butter, mehr zur Glaubensfrage entwickelt. Doch um mit einigen Margarine-Irrtümern reinen Tisch zu machen, haben wir uns das streichfreundliche Geburtstagskind mal genauer angesehen...

Irrtum 1: Margarine enthält ungesunde „trans-Fettsäuren“

Das hat früher einmal gestimmt, denn beim Härten von Pflanzenölen entstehen die sogenannten trans-Fettsäuren, die nachweislich das Herzinfarktrisiko erhöhen und eventuell krebserregend sind. Heutzutage wird die feste Konsistenz der Margarine jedoch durch den Prozess des "Umestern" erreicht. Dabei werden die Fettmoleküle einfach anders angeordnet. So entstehen keine trans-Fettsäuren mehr.

Irrtum 2: Margarine ist ein natürliches Lebensmittel

Falsch! Denn ohne chemische Tricks und reichlich Zusatzstoffe geht hier nichts. Zwar besteht Margarine hauptsächlich aus Wasser und pflanzlichem Öl - doch damit sich beides überhaupt mischen lässt, müssen sogenannte Emulgatoren hinzugegeben werden. Dadurch kommt es zu einer Emulsion - also einer Vermischung - aus Wasser und Öl. Aromen, Farbstoffe und Säurungsmittel sorgen für gutes Aussehen und Geschmack – künstliche Vitamine für das gute Gewissen. Halbfettmargarine muss außerdem noch künstlich konserviert werden

Irrtum 3: Margarine kann jeder essen

Stimmt leider nicht immer, denn zum einen reagieren immer mehr Menschen auf Inhaltsstoffe der Margarine allergisch – beispielsweise auf Zitronensäure, die als Säurungsmittel eingesetzt wird. Zum anderen sind die Margarinen, die den Cholesterinspiegel senken sollen, eben nicht für jedermann oder jederfrau gedacht. Weder Kinder noch Schwangere sollten sich an "Becel" und co vergreifen. Und auch Erwachsene ohne nachgewiesene Cholesterinprobleme sollten die Finger davon lassen. Wer auf seinen Cholesterinspiegel wirklich achten muss, bespricht das lieber mit seinem Arzt, anstatt sich einfach eine entsprechende Margarine aufs Brot zu schmieren.

Irrtum 4: Margarine spart Kalorien

Das klappt nur bei der Dreiviertelfett- und Halbfett-Margarine, also den Fettreduzierten Varianten. Denn normale Margarine enthält ähnlich viele Kalorien wie Butter.

Übrigens: die Mutter aller Margarinen „Rama Original“ ist keine echte Margarine. Sie enthält nämlich 70 statt 80 Prozent Fett und ist damit nur ein Streichfett.

Sabine Schütze; Onlinefassung: Stephan Braig

Letzte Änderung am: 11.07.2012, 10.45 Uhr