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Fernsehen im SWR

Teure medizinische Bildgebung: Körperscan mit PET-CT

Kostentreiber Hightech Medizin

aus der Sendung vom Donnerstag, 5.5.2011 | 22.00 Uhr | SWR Fernsehen

Leuchtende Augen bei den Ärzten der Mannheimer Uniklinik: Sie starten mit ihrem Flaggschiff zu Reisen in faszinierende Welten. Das PET-CT vereinigt in einer Maschine zwei Verfahren, mit denen exakte Bilder aus dem Innern des menschlichen Körpers gewonnen werden. Prof. Stefan Schönberg, Direktor des Instituts für klinische Radiologie und Nuklearmedizin, ist begeistert: „Diese zwei fundamental verschiedenen Mechanismen ermöglichen uns Einblicke in den Körper, die uns tagtäglich faszinieren.“

Gewinn an Genauigkeit

Die Kombination: Computertomographie, kurz CT, und Positronenemissionstomographie, kurz PET, in einer Untersuchung. Früher mussten sich Patienten dafür zwei mal lang machen. Zum Beispiel bei Verdacht auf Prostatakrebs kann die Doppeluntersuchung, die rund 1800 Euro kostet, wichtig sein. Die Aufnahmen, die anschließend auf dem Computer visualisiert werden, ergänzen sich: Das CT-Bild, das Organe und Gewebe in Schichtaufnahmen darstellt, zeigt eine Auffälligkeit, die ein Karzinom sein könnte. Erst durch die PET-Aufnahme, die auch Stoffwechselprozesse sichtbar macht, wird klar: Es ist Tumorgewebe, denn Krebszellen sind besonders stoffwechselaktiv. Das kombinierte Bild zeigt exakt, wie der Tumor aussieht, und wie aktiv er ist. „Ein Riesengewinn", so Prof. Schönberg: „Richtig, weil einerseits ist es so, dass diese Untersuchungen viele andere, nicht so genaue Untersuchungen ersetzen können. Es ist ein Zeitgewinn und damit auch ein Gewinn an Genauigkeit. Insgesamt betrachtet man das als kosteneffizient.“

Krebs exakt aufspüren

Auch der Direktor der angeschlossenen Klinik für Strahlentherapie kann sein Glück kaum fassen: Die Diagnose des Prostatakarzinoms mit den PET-CT-Bildern zeigt Prof. Frederik Wenz genau, wie der Feind Krebs aussieht, und wie er dem Tumor zu Leibe rücken kann: „Mehr oder weniger am Tag eins haben wir das PET-CT benutzt, um unsere Bestrahlungsfelder besser abgrenzen zu können, und vor allem, um die Bestrahlungsfelder kleiner machen zu können. Das bedeutet: Immer weniger Nebenwirkungen, immer weniger Belastungen für den Patienten.“

Kassen zahlen nur Ausnahmen

Ein Segen also für Ärzte und Patienten. Da ist es doch sicher selbstverständlich, dass eine so wichtige Untersuchung von den Krankenkassen auch bezahlt wird, oder? Prof. Stefan Schönberg sagt: „Diese Untersuchung, zum Beispiel beim Prostatakrebs, wird nicht vergütet.“

Donnerwetter: Die Klinik bekommt die wichtige PET-CT-Diagnose nicht erstattet, muss sie selbst bezahlen, oder dem Patienten in Rechnung stellen. Das ist bei den meisten Krebsformen so, bei denen die Ärzte ihre Supermaschine gerne einsetzen. Zahlen müssen die Kassen nur bei der Indikation Lungenkrebs und bei wenigen anderen Ausnahmen.

Neue Technik wird zum Minusgeschäft

Das 2,5 Millionen Euro teure High-Tech-Gerät, dessen Nutzen hier so hoch bewertet wird, ist am Ende ein Minusgeschäft für die Klinik, wie Prof. Wenz ausführt: „Wir schütteln durchaus den Kopf in solchen Situationen, aber die Mechanismen, Dinge in die Vergütung zu bekommen, sind in Deutschland eben sehr komplex und sehr langwierig. Wir geben natürlich die Hoffnung nicht auf, dass eben diese Indikationen dann auch übernommen werden.“ Wie kann das sein, obwohl die Präzision der faszinierenden Bilder den Behandlungserfolg steigert und der Nutzen für Ärzte und Patienten so offensichtlich scheint? Ein Mysterium ...

Oliver Wittkowski

Letzte Änderung am: 04.05.2011, 13.34 Uhr