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Fernsehen im SWR

Alltagswissen Rauchen: Wie regeneriert der Körper?

aus der Sendung vom Donnerstag, 12.4.2007 | 22.01 Uhr | SWR Fernsehen

Auch wer schon sehr früh mit dem Rauchen begonnen hat: Es lohnt sich selbst nach Jahrzehnten noch, den Glimmstengel für immer beiseite zu legen, denn Nichtrauchen wirkt sich schneller positiv auf die Gesundheit aus, als man denkt.

Sand in dem lauter Zigarettenkippen stecken

Wenn die letzte Kippe ausgedampft hat

Kaum hat die letzte Kippe ausgedampft, verliert der Giftstoff Nikotin bereits an Wirkung. Tatort des Nikotins ist das Gehirn. Ein wahres Feuerwerk an Impulsen überfällt das zentrale Nervensystem. Hier bewirkt der Stoff aus der Zigarette eine Reizung, die bis zu einer Lähmung der Nerven führt. Aber nun, nach der letzen Kippe beginnen die Nerven bereits mit der Regeneration.

Auch das Herz erholt sich. Noch ist der Puls durch das Rauchen beschleunigt, aber so langsam sinkt er wieder auf ein normales Niveau. Außerdem: der Blutdruck sinkt, die verengten Blutgefäße weiten sich. So hat das Blut wieder mehr Platz und kann langsamer fließen. Vorausgesetzt, man fängt nicht wieder an!

Gefährliches Kohlenmonoxid verschwindet

Auch die Körpertemperatur in Händen und Füßen beginnt sich zu normalisieren. Die nächsten zwei Tage des Nichtraucherlebens belohnt der Körper mit positiven Signalen. Die Fitness verbessert sich, denn das gefährliche Kohlenmonoxid der letzen Zigarette ist mittlerweile so gut wie verschwunden. Und: die Muskeln können wieder aufatmen, da der Gehalt des lebenswichtigen Sauerstoffs steigt und steigt.

Auch die Lunge reagiert positiv. Ihre Verschleimung als Abwehrreaktion vor dem gefährlichen Qualm geht zurück. Die Atmung verbessert sich schon nach zwei Tagen bis zu einem Drittel. Das Infarktrisiko ist bereits deutlich gesunken. Das Herz ist 4-fach weniger gefährdet als das eines 20-Zigaretten-Rauchers.

Nach sechs Wochen ohne blauen Dunst wartet der nächste Nichtrauchervorteil. Endlich kommt der gute Geschmack zurück, denn die Zunge des Nichtrauchers kann endlich wieder genießen lernen. Und auch der üble Raucheratem ist endlich weg.

Die Lunge dankt das Durchhaltevermögen

Wenn das erste halbe Jahr geschafft ist, dankt die Lunge das Durchhaltevermögen mit dem Wiederaufbau von Flimmerepithel. Ein Teppich aus kleinen Härchen, der die Lunge vor Krankheitserregern schützt. Nach einem Jahr sinkt das Herzinfarktrisiko um die Hälfte, nach fünf Jahren ist das Raucher-Krebsrisiko nur noch halb so groß, und nach spätestens 10 Jahren sind die meisten Vorläufer von Krebszellen verschwunden.

Allerdings: Schon eine einzige Zigarette am Tag macht den Zeitplan der körperlichen Genesung zunichte - und das für giftigen Genuss, der sich immer nur in Rauch auflöst.

Axel Wagner

Letzte Änderung am: 10.07.2007, 11.14 Uhr