Das Geschäft mit der Grippe-Impfung
aus der Sendung vom Donnerstag, 27.10.2011 | 22.00 Uhr | SWR Fernsehen
Eine grüngraue Masse auf dem Joghurt, ein schwarzgrauer Flaum auf einer Erdbeere oder vereinzelte weiße Flecken auf einem Käse, der eigentlich gelb sein sollte. Dazu ein unvergesslicher Geruch.
Schimmel hat einen hohen Ekelfaktor und gefährdet die Gesundheit. Doch rückt man ihnen etwas näher auf den Pelz, zeigen uns Schimmelpilze Einblicke in ihr faszinierendes Reich. Ein feines Geflecht aus dünnen Fäden bildet die Grundlage des Schimmels. Darauf wachsen vielgestaltige Sporangien, die die Sporen enthalten, mit denen Schimmel sich verbreitet. Schimmel aus der Nähe betrachtet: eine farben- und formenprächtige Angelegenheit.
Es beginnt mit einer winzigen Spore. Da wo es etwas feucht ist und etwas zu verdauen gibt, beginnt das neue Leben. Es wächst ein neuer Schimmelpilz. Dünne schlauchartige Fäden, verzweigen sich immer weiter und bilden ein enges Geflecht, das Mycel. Es ist der eigentliche Körper des Pilzes. Für das bloße Auge ist der Schimmel jetzt noch unsichtbar. Erst nach ein paar Tagen erscheint die Oberfläche in einem fellartigen Flaum. Schnell hüllt der Schimmel sein Opfer vollständig ein und verdaut es nach und nach. Der Schimmel setzt die Nährstoffe, die in totem Gewebe gebunden sind, frei und macht sie für die Natur wieder verfügbar.
Schimmel riecht immer muffig und meistens wirkt er einfach nur eklig. Aber das alles ist eine Frage der Perspektive. Aus der Nähe sieht der Schimmel faszinierend harmlos aus. Die Basis bildet das Mycel, das Gewebe aus verschlungenen Fäden. Darauf wachsen die Sporangien, in denen sich die Schimmelsporen entwickeln. Unzählige dieser Sporangien stehen auf der Oberfläche des Mycels. Sie bilden den sichtbaren Flaum des Schimmels. Die Sporen reifen am oberen Ende des Sporangiums heran, bis sie durch Wind und Erschütterungen befreit werden und sich in der Luft verteilen.
Lars Westermann
Letzte Änderung am: 26.10.2011, 16.30 Uhr