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Fernsehen im SWR

Wie alt wird Lena?

Die Odysso-Reportage mit Lena Ganschow | Pfusch an der Frau

aus der Sendung vom Donnerstag, 7.4.2011 | 22.00 Uhr | SWR Fernsehen

„Man ist so alt, wie man sich fühlt", das hat der Volksmund bereits geklärt. Doch wäre es darüber hinaus nicht schön zu wissen, wie alt man wird? Prof. Dr. Christoph Bamberger, Präventionsmediziner aus Hamburg, behauptet, er könne das vorhersagen. Unsere Reporterin Lena Ganschow hat ihn besucht, um sich von ihm ihre Lebenserwartung berechnen zu lassen.

Der moderne Wahrsager

Tatsächlich würde sich Prof. Bamberger „begrenzt“ als modernen Wahrsager bezeichnen, doch schnell wird klar: Seine Methoden zur Berechnung der individuellen Lebenserwartung sind weit vielfältiger als der berühmte Blick in die Glaskugel: Seine großzügige Klinik in Hamburg-Eppendorf steht voller medizinischer Hightech-Geräte. Viereinhalb Stunden in diesen Räumen und man weiß, wie alt man wird.

Plus- oder Minuspunkte bestimmen die Lebenserwartung

„Wir gehen in Deutschland von einer mittleren Lebenserwartung aus, sagen wir mal 80 Jahre“, erklärt Prof. Bamberger. Von da aus gesehen könne man Plus- und Minuspunkte sammeln. Je nach Lebensstil, genetischem Hintergrund und den Befunden, die während der Untersuchungen bei ihm in der Klinik erhoben würden, läge man dann drunter oder drüber.

Aufwändige Untersuchungen gehören dazu

Auch Lena will wissen, wie alt sie wird. Dafür muss sie zunächst einen ausführlichen Fragebogen ausfüllen. Darin wird unter anderem abgefragt, wie es ihr aktuell geht, ob sie raucht, wie sie sich ernährt und ob bereits Krankheiten wie Bluthochdruck, Schlaganfall oder Krebs in ihrer Familie aufgetreten sind. Anschließend wird Lena ausführlich durchgecheckt: Sie wird gemessen und gewogen, ihre Reflexe werden getestet, ihre Knochendichte gemessen, die Lunge abgehört, Blut abgenommen und im Labor untersucht, die Gefäße mit Ultraschall durchleuchtet, ein Belastungs-EKG angefertigt, die Haut auf Unregelmäßigkeiten untersucht und der Körper im Magnetresonanztomographen einmal komplett durchleuchtet.

30 oder doch 24,8?

Am Ende weiß unsere Reporterin: Ihr Gefühl trügt sie nicht, sie ist vollkommen gesund. Die Aufnahmen aus dem Magnetresonanztomographen zeigen lediglich, dass sie vor kurzem eine Erkältung hatte, denn in ihren Nasennebenhöhlen hat sich etwas Schleim abgelagert. Diese „guten Befunde“ schlagen sich laut Prof. Bamberger auch in Lenas so genannten biologischen Alter nieder: Chronologisch, also nach Jahren, ist sie 30, biologisch dagegen nur 24,8.

Chronologisches versus biologisches Alter

Jünger zu wirken, als man tatsächlich ist, ist deswegen möglich, weil neben den Genen auch der persönliche Lebensstil darüber entscheidet, wie schnell ein Mensch altert. Auf das chronologische Älterwerden in Jahren haben wir zwar keinen Einfluss, auf das biologische Altern laut Medizinern jedoch schon, denn das habe viel mit unseren Gewohnheiten zu tun. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und Schlaf wirken sich zum Beispiel positiv auf das biologische Alter aus, Rauchen und Alkohol dagegen meist negativ.

„Wild cards“ kann niemand vorhersehen

Da Lena bei den Untersuchungen zur Berechnung ihrer Lebenserwartung weit weniger Minus- als Pluspunkte gesammelt hat, ergibt sich nach der Formel von Prof. Bamberger für sie eine mittlere wahrscheinliche Lebenserwartung von 94 Jahren. Versprechen, dass sie wirklich so alt werden wird, will der Präventionsmediziner allerdings nicht. „So weit würde ich mich nicht aus dem Fenster lehnen“, sagt er. Immerhin gäbe es ja so genannte „wild cards“, also unerwartete Ereignisse im Leben wie Schicksalsschläge, die man nicht voraussagen könne.

Tipps für ein längeres Leben

Einige allgemeine Tipps, um möglichst lang und gesund zu leben, hat Prof. Dr. Christoph Bamberger trotz allem: Die Wahrnehmung von Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchung, einen optimierten Lebensstil, mit gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung und einem weisen Genussmittelkonsum, wenn nötig Medikamente und Hormone und möglichst wenig Stress.

Letzte Änderung am: 04.04.2011, 18.09 Uhr

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