Sendung vom Donnerstag, 15.7.2010 | 22.00 Uhr | SWR Fernsehen
Das Risiko richtig einzuschätzen ist die Aufgabe von Gutachtern und Therapeuten. Doch für die Begutachtung der Täter gibt es keine einheitlichen Standards oder sie werden nicht konsequent eingehalten. Lange galt zudem jeder Sexualstraftäter als therapierbar - ein Irrtum. Wissenschaftler arbeiten daran mehr über die biologischen Ursachen von Gewalt zu finden, denn die sind für den potentiellen Erfolg einer Therapie entscheidend, meint der Gehirnforscher Gerhard Roth. Odysso schaut in die Abgründe der Seele und besucht die Psychiaterin Heidi Kastner, die den Inzest Täter Josef Fritzl begutachtet hat.
Die romantische Vorstellung vom Irren früherer Tage, der unbehelligt am Dorfleben teilnehmen durfte, kann man getrost vergessen. Schon im Mittelalter stießen Verhaltensweisen, die nicht den Normen entsprachen, auf rigide Intoleranz: Man schaffte sich die "Andersartigen" einfach aus den Augen.
[mehr zu: Zeitreise: Geschichte der Psychatrie]
Berichte über Mord, Totschlag, Misshandlung und sexuellen Missbrauch erschüttern die mediale Öffentlichkeit. Erst recht, wenn es sich um psychisch kranke Wiederholungstäter handelt, schon mehrfach verurteilt worden. Sind solche Menschen überhaupt therapierbar?
[mehr zu: Gewaltforschung - Woher kommt das Böse?]
Wut und Furcht herrschen in der Nachbarschaft, wenn ein Sexualstraftäter einzieht. Die Polizei wacht rund um die Uhr, Bürger protestieren. Haben sich Gewalt- und Sexualstraftäter nach der Haft wirklich verändert? Oder werden sie in der Freiheit wieder rückfällig?
[mehr zu: Die Gutachterin]
Früher galt so gut wie jeder Gewalt- und Sexualstraftäter als therapierbar - ein Irrtum. In der Forensischen Psychiatrie hat man diese Lektion gelernt, auch durch Vorfälle, bei denen man sich in den Patienten geirrt hatte. Sollten sie ein Leben lang hinter Gittern bleiben?
[mehr zu: Gewaltforschung - Wenn das Böse bleibt]
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[mehr zu: Adressen, Links und Literatur]