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Fernsehen im SWR

Kopfschmerzen: Häufig sind es die Augen

Wiederholung vom 16. Juni 2007

aus der Sendung vom Donnerstag, 27.5.2010 | 22.00 Uhr | SWR Fernsehen

Dumpfe, drückende Schmerzen hinter den Augen, im Stirn- und Schläfenbereich oder gar ein pulsierender Schmerz, der sich auf eine Kopfhälfte konzentriert: Nicht immer ist Migräne mit Spannungskopfschmerzen der Auslöser. Auch die Augen selbst kommen als Ursache in Frage.

Typisch für die Migräne sind begleitende Beeinträchtigungen wie Lichtscheuheit, Geräuschempfindlichkeit und Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Auch Sehstörungen, leichte Lähmungen und Sprachstörungen können den Kopfschmerz begleiten. Dann spricht man von einer Migräne mit "Aura". Spannungskopfschmerzen beschränken sich im Gegensatz zur Migräne nicht auf eine Kopfhälfte, sondern erfassen den gesamten Kopf. Sie werden meist als dumpf und drückend beschrieben.

Ursache: Grüner Star?

Es ist oft schwierig, die Schmerzursache aufzudecken. Vielfach können durch eine augenärztliche Untersuchung wertvolle Krankheitsaufschlüsse gefunden werden. In vereinzelten Fällen ist das Symptom Schmerz sogar ein Hinweis auf eine ernsthafte Augenerkrankung. Beim sogenannten Engwinkelglaukom (Grüner Star) kann es zum schmerzhaften Glaukomanfall kommen. Unbehandelt führt der Glaukomanfall innerhalb kurzer Zeit zur Erblindung. Offenwinkelglaukome treten weit häufiger auf - mit chronischem Krankheitsverlauf und oft unbemerkt, also ohne warnende Schmerzsymptomatik.

Diagnose des Glaukoms

Die Diagnose erfolgt durch eine Messung des Augeninnendrucks an der Spaltlampe. Beim Glaukom ist das Gleichgewicht zwischen Bildung und Abtransport des sogenannten Kammerwassers gestört. Das Kammerwasser enthält unter anderem wichtige Nährstoffe für Linse und Hornhaut. Erhöht sich der Augeninnendruck, wird der Sehnerv geschädigt. Das Glaukom ist eine der häufigsten Erblindungsursachen. Man schätzt, dass 500.000 bis 1.000.000 Bundesbürger vom Grünen Star betroffen sind.

Augenbedingte Kopfschmerzen können auftreten

  • bei Entzündungen der Lider, des Tränenapparates und der Augenhöhle sowie bei entzündlichen Veränderungen der Leder-, Horn- und Regenbogenhaut
  • bei Fehlsichtigkeit (Morgens sind die Augen noch beschwerdefrei, nach stundenlanger Beanspruchung jedoch oft von Schmerzen in der Stirn- und Schläfenregion begleitet)
  • bei Naharbeit in zu kurzem Betrachtungsabstand und
  • bei Tätigkeit am Bildschirmplatz.

Oft sind die Schmerzsymptome durch einen optimalen Ausgleich der Fehlsichtigkeit (Brille, Kontaktlinsen) zu beheben.

Hans-Peter Klinke

Letzte Änderung am: 27.05.2010, 16.11 Uhr