Heute behaupten alle, Klima- und Umweltschützer zu sein. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht ein großes Unternehmen in einer schön gestalteten Anzeige in Tageszeitungen oder Zeitschriften erklärt, wie es sich für die Umwelt einsetzt. Atomkraftwerke schützen das Klima, Fliegen wird immer sauberer, Autofahren ebenfalls und die Ölkonzerne sind sowieso zutiefst um das Klima besorgt.
Das sollen wir zumindest glauben, doch die Realität sieht vielfach anders aus. Da werden Zahlen verdreht und kleine ökologische Modellprojekte hochgejubelt, während das alte dreckige und meist CO2-intensive Kerngeschäft weiterläuft. Odysso zeigt, wie sich Unternehmen einen Öko-Anstrich verpassen.
Mit jedem Schluck Bier den Regenwald retten. Das will uns zumindest die Brauerei Krombacher suggerieren. Mit jedem verkauften Kasten wollen die Bierbrauer einen Quadratmeter afrikanischen Regenwalds schützen. Wird hierbei nur unser schlechtes Gewissen für eine Gewinnsteigerung missbraucht? [mehr zu: Biergenuss schützt Regenwald?]
Die Energiebranche poliert ihr Image auf mittels teuren PR-Kampagnen. Das hat sie auch bitter nötig. Denn in der Bevölkerung herrscht Unmut darüber, dass Gewinne und Managergehälter offenbar gleichzeitig mit den Energiepreisen steigen. Außerdem wird der Strom nicht so umweltschonend erzeugt, wie sonst immer behauptet. [mehr zu: Greenwashing]
In der Atomkraft steckt noch viel Potential - zumindest aus der Sicht der Energieerzeuger: Zum einen bescheren die schon längst abgeschriebenen Kraftwerke kräftige Gewinne. Zum anderen sind AKWs neuerdings die beste Allzweckwaffe gegen CO2-Emissionen. Politik und Öffentlichkeit lassen sich davon beeindrucken. [mehr zu: Klimawandel und Atomkraft]
Große globale Konzerne werben offenkundig mit ihrer hohen sozialen Verantwortung, fördern werbewirksam Stiftungen und soziale Projekte. Viele davon sind Aktiengesellschaften, und deren Topmanager sind darauf getrimmt, kurzfristig hohe Gewinne zu erzielen und den Aktionäre hohe Renditen zu bescheren. [mehr zu: Versagende Wirtschaftseliten]