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Fernsehen im SWR

Alltagswissen Wie startet eine Rakete?

aus der Sendung vom Donnerstag, 4.10.2007 | 22.00 Uhr | SWR Fernsehen

Die Erde, aus dem Weltraum gesehen, sei ein unbeschreiblicher Anblick. Das zumindest sagen Astronauten, die das bereits erleben konnten. Doch bis ein Raumfahrer in diesen Genuss kommt, sind gewaltige Anstrengungen nötig. Ein Weltraumflug ist eine wahre technische Meisterleistung. Die Russen und Chinesen fahren mit Raumkapseln ins All, die Amerikaner mit ihrem Spaceshuttle.

Alle drei Transportmittel haben eines gemeinsam: Sie starten senkrecht vom Boden aus wie eine Rakete. So kann der Shuttle beim Start die Erdanziehung überwinden. Nur ein Raketenantrieb entwickelt den nötigen Schub, um die tonnenschweren Raumfähren abheben zu lassen. Bei der Verbrennung von Treibstoff entstehen Gase, die mit hohem Druck ausgestoßen werden. Für weiteren Widerstand sorgt neben der Erdanziehung auch die Luft, die das Shuttle umströmt.


2000 Tonnen werden zum Start gerollt

Zu einem Spaceshuttle gehören drei Teile, die zusammengefügt werden müssen: Der Orbiter sieht einem Flugzeug ähnlich. In ihm sitzen die Astronauten. Außerdem transportiert der Orbiter die Fracht, die ins All soll. Am Orbiter befinden sich die Haupttriebwerke. Der Treibstoff dafür ist im so genannten External Tank. Da die Haupttriebwerke aber nicht stark genug sind, um den Start alleine zu schaffen, befinden sich links und rechts des externen Tanks zwei Feststoffraketen, die "Solid Rocket Booster". Insgesamt wiegt ein Shuttle um die 2000 Tonnen. Ist es montiert, wird es zum Startplatz gerollt. Dort finden letzte Tests statt und der Tank wird befüllt.


Im All schalten sich die Haupttriebwerke ab

Drei Tage vor dem Starttermin beginnt der Countdown. Sechs Sekunden vor dem Abheben zünden die Haupttriebwerke. Hat der Countdown "null" erreicht, auch die Feststoffraketen. Der Shuttle hebt ab. Unmittelbar nach dem Start macht die Raumfähre eine Vierteldrehung. Dadurch wird sie auf ihre optimale Flugbahn eingeschwenkt. Nach etwa zwei Minuten hat der Shuttle eine Höhe von 45 Kilometern erreicht und die Feststoffraketen fallen ab. Sie gleiten an Fallschirmen zur Erde zurück und stürzen ins Meer, wo sie später wieder geborgen werden.

Der Shuttle vollführt noch einmal eine leicht Drehung, um schließlich ganz auf dem Rücken zu liegen. Die Astronauten können in der Rückenlage den Horizont sehen und sich besser orientieren, falls die Mission abgebrochen werden muss. Außerdem ist diese Lage besser für die Befestigung des Orbiters am Tank. Denn die Verbindungsstreben sind am stabilsten, wenn das Gewicht des Orbiters daran zieht. Nach etwa acht Minuten Flug ist der Treibstoff des externen Tanks verbraucht und der Orbiter trennt sich ab. Bei seinem Wiedereintritt in die Atmosphäre verbrennt der Tank.

Im All angekommen, schwenkt die Raumfähre in eine elliptische Umlaufbahn über der Erde ein. Jetzt schalten sich die Haupttriebwerke ab, es sind nur noch Manövriertriebwerke nötig. Nun beginnt die eigentliche Mission. Die Astronauten forschen beispielsweise im All oder Docken an der internationalen Raumstation ISS an.


Der Nachfolger des Spaceshuttle wird entwickelt

Obwohl der Spaceshuttle schon seit 1981 eingesetzt wird, ist seine Technik immer noch die Modernste, um Menschen ins All zu bringen. Doch seine Tage sind gezählt: Bis spätestens 2010 will die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA einen Nachfolger entwickelt haben.

Pläne und Vorschläge von Wissenschaftlern gibt es viele, beispielsweise das so genannte "Orion Crew Exploration Vehicle" der NASA, das den Apollo-Raumkapseln ähnelt. Der europäische Hopper Phönix soll sogar waagerecht wie ein Flugzeug starten können. Wann genau solche Visionen zur Realität werden, steht allerdings noch in den Sternen.

Kerstin Hothorn

Letzte Änderung am: 27.09.2007, 18.31 Uhr

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