aus der Sendung vom Donnerstag, 14.6.2007 | 22.00 Uhr | SWR Fernsehen
Jeder Einkauf beginnt mit der Frage: Einkaufskorb, Wagen oder reichen zwei Hände? Wer sich für einen Einkaufswagen entscheidet wird voraussichtlich wesentlich mehr kaufen als auf dem Einkaufszettel steht. Das ist Psychologie. Der Amerikaner Sylvan Goldmann kam als Erster darauf, uns auf diesem Weg gezielt zu verführen. 1937 baute er einen Metallrahmen mit vier Rädern, in den man zwei Drahtkörbe stellen konnte. Und damit begann die Geschichte des Einkaufswagens ...
40er: Konkurrenz für den Tragekorb
Ende der 40er Jahre hat der gute alte Tragekorb Konkurrenz bekommen. Der rollende "Einkaufswagen" - Jahre zuvor in den USA entwickelt - ist nach Kriegsende auch bei uns nicht mehr aufzuhalten. Mit einem praktischen, abnehmbaren Korb, der später bei den Nachfolgemodellen allerdings wieder verworfen wird - schade eigentlich.
50er: Großer Wagen, großer Gewinn
Mitte der 50er rollt in den Supermärkten der amerikanischen Militärbesatzung die nächste Einkaufswagen-Generation auf uns zu. Das Einkaufsgefährt sollte nun vor allem eines haben: Füllvermögen. Das steigert den Marktgewinn! Denn je mehr reingeht in den Wagen, umso mehr wird auch gekauft!
60er: Belastbar soll er sein
Als Begleiter der Schnäppchenjagd sollte der Einkaufswagen Ende der 60er fürs Konsumzeitalter eigentlich nicht nur groß sein, sondern auch robust.
80er: Münzschloss gegen Vandalismus
Anfang der 80er enden immer mehr "Dienstfahrten" im Abseits. Und so setzt sich die Einsicht zur dringend notwendigen "Aufrüstung" durch: Ein Münzschloss gegen Vandalismus, eine kompliziert gebogene Rückenklappe, um die Einkaufswägen ineinander zu schieben. Und auch die Rollen werden verbessert.
In den nächsten Jahren folgt die Zeit des Zubehörs: Kinder-Shopper rollen auf den Markt: für die Kurzweil der Kleinen! Außerdem: die sichere Babyschale für die junge Familie. Und schließlich eine Klappe für die Zusatzbierkiste. So kauft auch Mann gerne ein.
Aktuell: Supertechnik im Supermarkt
Wie könnte es anders sein, auch der letzte Einkaufsschrei kommt vor ein paar Jahren aus Amerika: ein kleiner Computer, der dem Kunden verrät, wo die Ware steht. Solche Extravaganzen am Handlauf sind in Deutschland noch exotische Randerscheinung. Im guten alten Europa setzt man vielmehr auf das EU-Drahtgefährt. Ein ganz normierter Begleiter durch die schöne bunte Einkaufswelt.
Letzte Änderung am: 14.06.2007, 00.00 Uhr