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Leitfossilien, Erdmagnetfeld und anderes Wie bestimmt man das Alter eines Dinosauriers

aus der Sendung vom Donnerstag, 15.3.2007 | 22.01 Uhr | SWR Fernsehen

Das großes Rätsel, warum die Dinosaurier ausgestorben sind, ist noch ungelöst. Am Ende des Mesozoikum, also vor etwa 65 Millionen Jahren, kam es zu einem Massensterben vieler Tierarten. Eine mögliche Erklärung ist ein dramatischer Klimawandel - zum Beispiel durch den Ausbruch eines riesigen Vulkans im heutigen Indien, der katastrophale Verwüstungen hinterließ. Interessant ist auch die Frage, ob die Entwicklung der Säugetiere und der Menschen ohne das Aussterben der Dinosaurier ebenso explosionsartig abgelaufen wäre. Vielleicht würde die Erde heute von intelligenten Dinosauriern beherrscht? Doch so versuchen wir Menschen nun die Überreste der Dinosaurier zu erforschen. Aber woher wissen wir eigentlich, wie alt Saurierknochen sind?

Eberhard Frey mit einem versteinerten Saurierwirbel vor sich

Eberhardt Frey kennt die Methoden der Altersbestimmung bestens

Wir fragen den Experten vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Karlsruhe, Eberhardt Frey, genannt "Dino". Der muss es ja wissen, schließlich hat er vor ein paar Jahren in Mexiko den größten Raubsaurier aller Zeiten entdeckt. 18 Meter lang soll das "Monster von Aramberri" gewesen sein. Aber: Woher weiß unser Experte, wie alt seine Knochenfunde sind?

Ammonit am Wirbel

Im Falle des Monsters von Aramberri ist das relativ einfach, denn, so der Wissenschaftler: "... wir haben hier den glücklichen Umstand, dass ein Ammonit direkt neben der Wirbelsäule eingebettet ist. Und mit Hilfe dieses Ammoniten können wir das Alter dieses Tieres auf ungefähr 145 Millionen Jahre vor unserer Zeit festlegen."

Ammoniten und andere versteinerte Tiere helfen den Experten, das Fossil zeitlich einzuordnen. Aber was, wenn keine solchen Leitfossilien zu finden sind? "Dann bleibt uns keine andere Wahl als das Gestein, in dem das Fossil drin liegt, genauer anzuschauen", erklärt Eberhardt Frey.

Das geschieht zum Beispiel mit Hilfe des Erdmagnetfeldes. Dazu untersucht man die Ausrichtung eisenhaltiger Minerale im Gestein. Denn das Magnetfeld der Erde polt sich im Lauf der Zeit immer wieder um - der Nordpol wird zum Südpol und umgekehrt. Diese Umpolung spiegelt sich in der Orientierung der Eisenmineralien wieder. So kann das Alter eines Gesteins sehr genau festgelegt werden.

Bestimmung des Knochenalters

Aber kann man denn nicht einfach das Alter des Knochens selbst bestimmen? Der Experte erklärt: "Bei jüngeren Fossilien, dreißig- bis hunderttausend Jahre alt, können wir das Alter direkt aus dem Kohlenstoff in den Knochen bestimmen - und zwar über den radioaktiven Zerfall. Bei Dinosaurierknochen funktioniert das nicht mehr, weil der ganze Kohlenstoff weg ist. Da müssen wir dann bestimmte Mineralien aus dem umgebenden Gestein messen, wie die zerfallen."

Im Gestein sind also radioaktive Elemente enthalten, die man zur Altersbestimmung nutzen kann. Jedes von ihnen hat eine charakteristische Halbwertszeit, nach der die Hälfte der Ausgangsmenge zerfallen ist: Zum Beispiel 300 Millionen Jahre. Sind aber erst etwa 30 Prozent zerfallen, sind Gestein und Fossil ungefähr 150 Millionen Jahre alt.

Aber die Saurier sind vor so langer Zeit ausgestorben, dass die Forscher ihre fossilen Überreste bestenfalls auf 1,6 Millionen Jahre genau einordnen können. Ihr Erfolg hängt dabei vor allem davon ab, wo das Tier seine Spuren hinterlassen hat.

Pia Prasch

Letzte Änderung am: 10.07.2007, 12.48 Uhr

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