aus der Sendung vom Donnerstag, 12.10.2006 | 22.02 Uhr | SWR Fernsehen
Es ist Herbst. Untrügliches Zeichen dafür sind nicht nur die Verfärbung der Blätter, sondern auch der Frühnebel, der morgens so romantisch über der Landschaft schwebt. Aber was ist Nebel eigentlich - und wie entsteht er?

Nebel gibt es überall auf der Welt
Nebel können in jedem Gebiet der Erde auftreten: In den Tropen gibt es so genannte Nebelwälder und sogar in einigen Wüsten, wie in der Namib an der Westküste Afrikas, ist der Nebel alltäglich.
Eigentlich ist Nebel nichts anderes als eine Wolke in Bodennähe. Und ebenso wie Wolken, entsteht auch der Nebel durch Kondensation. Wenn sich warme, feuchte Luft abkühlt, kann sie den enthaltenen Wasserdampf nicht mehr speichern - das Wasser wird an die Umwelt abgegeben.
So entstehen erste Nebeltröpfchen
Im Detail betrachtet, geschieht folgendes: Mikroskopisch kleine Partikel - Pollen, Salze oder feinster Staub - bilden als sogenannte Kondensationskerne die Grundlage. An ihrer Oberfläche kondensiert der Wasserdampf. Die Wasserpartikel wachsen, fließen zusammen - und so entstehen erste Nebeltröpfchen. Ihre Größe beträgt nur zwischen drei und 20 Mikrometern - weniger als ein Fünftel des Durchmessers eines Menschenhaares. Kommen Millionen dieser Tröpfchen zusammen, nehmen sie uns als Nebel die Sicht.
Aufgrund ihrer geringen Größe fallen die Tropfen sehr langsam zur Erde - der Nebel scheint zu schweben. Die Nebeltröpfchen kondensieren nicht nur an den Staubteilchen in der Luft: Setzen sie sich etwa an Gräsern, Ästen oder Spinnenweben ab - entsteht Tau. Bei Frost gefrieren die Tröpfchen und es bildet sich Raureif.
Es gibt unterschiedliche Nebelarten. In unseren Breiten bilden sich im Frühjahr und Herbst vor allem sogenannte Strahlungsnebel und Verdunstungsnebel. Strahlungsnebel bildet sich häufig in sternklaren Nächten. Die Luft am Boden kühlt stark aus und kann das enthaltene Wasser nicht mehr speichern. Es kommt zur Kondensation. In den Morgenstunden sehen wir dann den typischen Frühnebel.
Kalte Luft kann Feuchtigkeit nicht aufnehmen
Beim Verdunstungsnebel strömt ausgekühlte Luft vom Land her über noch warme Gewässer. Die kalte Luft kann die vom Wasser aufsteigende Feuchtigkeit nicht aufnehmen. Das überschüssige Wasser kondensiert, Nebel entsteht.
Wie hoch oder breit ein Nebel wird, hängt von der Luftbewegung ab. Während Nebelschwaden oft nur wenige Meter breit sind, kann ein Nebelfeld sogar mehrere hundert Meter im Durchmesser erreichen.
Zur Unterscheidung von Nebel kennt die Wissenschaft genaue Daten: Beträgt die Sichtweite über 500 Meter, sprechen die Meteorologen von Dunst oder leichtem Nebel. Ab Sichtweiten unter 200 Metern herrscht dichter Nebel, unter 100 Metern sehr dichter Nebel.
Hagen Mikulas
Letzte Änderung am: 17.07.2007, 18.28 Uhr