Caravaggio, Die Berufung des Matthäus, 1599/1600
  • Caravaggio, Die Berufung des Matthäus, 1599/1600


  • Das Gemälde zeigt fünf Männer, die um einen Tisch sitzen, auf dem Geldmünzen liegen. Zwei Männer sind eingetreten, einer zeigt auf einen der Sitzenden. Dieser wiederum zeigt fragend auf sich selbst.

    Das Revolutionäre an dem Bild ist seine ganz besondere Lichtführung. Es wirkt wie auf einem Filmset, an dem Scheinwerfer aufgestellt sind: Das Licht fällt durch eine kleine Öffnung gebündelt hinein. Und damit das Licht so dramatisch wirkt, hat Caravaggio die Scheiben des Fensters blind gemalt, er wollte kein Streulicht haben.

    Aber um wen geht es hier überhaupt? Auch hier gibt das Licht einen Hinweis: Es fällt in Richtung des Mannes, der auf sich deutet. Es ist Matthäus. Er fragt sich, ob der hereinkommende Mann - Jesus - tatsächlich ihn meint. Die Antwort ist ja: Jesus beruft Matthäus zum Apostel, eine ganz zentrale Geschichte aus der Bibel.

    Wir befinden uns in einem Zollhaus; Matthäus war Zöllner. Er vertreibt sich mit den anderen Männern die Zeit mit Würfelspiel. Alltäglicher kann man die Berufung eines Apostels nicht darstellen. Dahinter steckt die Botschaft: Jesus kann auf jeden zukommen, auch auf den einfachsten Mann.

    Dieser Text ist eine Zusammenfassung aus der Bildbegehung, in der Professor Wünsche Enie die Besonderheiten des Caravaggio-Gemäldes zeigt.
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