Nicht alle waren MörderSüdwestrundfunk | SWR.deDas Erste
Szenenbild: Anna (Nadja Uhl) und Michael Degen (Aaron Altaras) gehen im Hausflur an SS-Leuten vorbei (Quelle: SWR/teamworx/Stephan Rabold)

"Diese Hilfe war riskant, manchmal sogar lebensbedrohlich."

Jo Baier

Flucht statt Deportation

Knappes Entkommen

Berlin, Frühjahr 1943: Die jüdischen Schulen sind längst geschlossen. Jüdische Kinder müssen gemeinnützige Arbeit leisten. Beim Laubkehren auf einem Friedhof wird der elfjährige Michael Degen plötzlich nach Hause geschickt. "Haut ab - aber schnell!", sagt man ihm und seinen Freunden. Die Deportation der letzten noch in Berlin lebenden Juden steht bevor.

Lautes Gepolter im Flur weckt Michael und Anna Degen eines Morgens. Der Blick in den Hof macht klar: Sie sind in höchster Gefahr. Die SS holt ihre jüdischen Nachbarn ab, sie werden auf Lastwagen gedrängt.

Mutter Anna reagiert: Sie packt nur ein paar Unterlagen in eine kleine Aktentasche, reißt die Judensterne von ihren Mänteln und läuft mit ihrem Sohn auf die Straße - an den SS-Männern vorbei, als ginge sie das alles nichts an.

Michaels Vater ist schon vor Monaten verhaftet worden und an den Folgen der KZ-Folter gestorben. Jetzt sieht Anna Degen nur noch einen Weg, um sich und ihr Kind zu retten: Unter falschem Namen, als "Rosa und Max Gemberg" beginnen sie ein Leben im Untergrund.



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