
"Diese Hilfe war riskant, manchmal sogar lebensbedrohlich."
Jo Baier
Der Schwarzmarkt und die Passfälscher
Für die „arische“ Bevölkerung ist der Schwarzmarkt eine Möglichkeit, über die normalen Lebensmittelrationen hinaus Nahrungsmittel zu kaufen, die in Kriegszeiten knapp sind – oft auch Exklusives wie Alkohol oder Fleisch. Für die Untergetauchten ist der illegale Markt lebenswichtig. Da sie keine Lebensmittelkarten besitzen, bietet er die einzige Chance, sich gegen Geld oder Sachwerte, wie zum Beispiel Schmuck, selbst zu verpflegen.
Die Landwirte, die über diese Kanäle ihre Erzeugnisse teurer als auf dem legalen Weg verkaufen können, verdienen gut mit dem Schwarzhandel. Sie gehen aber auch ein hohes Risiko ein. Wer illegal handelt, dem drohen hohe Haftstrafen, auch die Einweisung in ein Konzentrationslager ist möglich. Daher ist der Schwarzmarkt in den Kriegsjahren nicht so gut organisiert wie in der Nachkriegszeit. Gute Verbindungen sind Voraussetzung, um überhaupt dort „einkaufen“ zu können.
Auch andere illegale Tätigkeiten lohnen sich im Dritten Reich. Die Menschenjagd der Nationalsozialisten macht den Handel mit gefälschten Papieren zu einem gewinnbringenden Geschäft. Wer Pässe und Ausweisdokumente herstellen kann, ermöglicht jüdischen Untergetauchten eine neue Identität. Vor allem in den Großstädten verdient sich so mancher als Fälscher seinen Unterhalt.