
"Diese Hilfe war riskant, manchmal sogar lebensbedrohlich."
Jo Baier
Bei Oma Teuber gibt es keine Spitzendeckchen. Im Gegenteil - ihre Wohnung im Stadtteil Friedrichshain sieht so schmuddelig aus, dass Michaels Mutter dieses Versteck am liebsten gleich wieder verlassen will. Oma Teuber betreibt nämlich ein privates Bordell; sie "vermietet" ihre drei Töchter gelegentlich an Fronturlauber. Als Zusatzeinnahme werden die Degens auf zwei Sofas im Zimmer von Tochter Grete mit untergebracht.
Dass das illegal ist, stört die Teubers kaum - das sind ihre anderen Geldquellen schließlich auch. Und bald vergisst Anna Degen ihre moralischen Bedenken wegen anderer Sorgen: Denn die Gestapo ist wachsam. Und sie hat jüdische Spione, die in den Straßen Berlins nach Untergetauchten suchen - nach Menschen wie Anna Degen.
Zugleich erfährt Michael am Stettiner Bahnhof, dass man auch ohne den Judenstern am Mantel erkannt werden kann ...