aus Die große Show der Naturwunder vom Mittwoch, 6.1.2010 | 20.15 Uhr | SWR Fernsehen
Krokodile gehören zu den letzen lebenden Vertretern der Großsaurier. Die gepanzerten Echsen können bis zu 100 Jahre alt werden und bevölkern tropische und subtropische Gewässer rund um den Erdball. Zu Gast im Naturwunderstudio war diesmal eine ganze Krokodilfamilie: ein Nilkrokodil wurde begleitet von einer Gruppe junger Glattstirnkaimane und einem gerade mal 6 Monate alten Stumpfkrokodil.

Krokodilbabys sind noch klein und verletzlich. Hier hat die Natur eine ausgeklügelte Strategie entwickelt: der Krokodilnachwuchs verständigt sich noch im Ei mit Hilfe von Rufen auf einen gemeinsamen Schlupf. So steigen die Überlebenschancen der Jungen, denn in der Gruppe sind sie vor möglichen Feinden besser geschützt. Zudem rufen die Schlupflaute die wehrhafte Mutter herbei. Die kann dann alle gemeinsam zum sicheren Flussufer geleiten. Darüber, ob Männchen oder Weibchen aus den Eiern schlüpfen, entscheidet übrigens die Temperatur. Unter 31°C entwickeln sich Weibchen, bei einer Bruttemperatur von über 31°C entstehen Männchen.
Im Wasser fühlen sich Krokodile am wohlsten. Hier jagen sie alles was ihnen vor die Schnauze kommt und sind nicht gerade wählerisch. Sogar vor gewaltigen Büffeln schrecken sie nicht zurück. Dabei dienen ihre spitzen Zähne nur zum Greifen der Tiere. Um die Beute anschließend zu portionieren, nutzen sie eine besondere Technik und drehen sich immer wieder um die eigene Achse. Die herausgerissenen Stücke werden dann im Ganzen hinuntergeschlungen, denn kauen können sie nicht.

Tagsüber sieht man Krokodile oft mit aufgesperrtem Maul in der Sonne dösen. Dies ist jedoch keine Drohgebärde, sondern Mittel zum Wärmeausgleich, denn Krokodile haben keine Schweißdrüsen. Als wechselwarme Tiere hängt ihre Körpertemperatur von der Umgebung ab. Um trotzdem eine durchschnittliche Körpertemperatur von 26°C zu halten, wechseln sie regelmäßig zwischen Sonne, Schatten, Land und Wasser.
Heute sind fast alle Krokodilarten vom Aussterben bedroht. Einerseits schrumpft ihr Lebensraum, andererseits werden sie immer noch ihrer Haut und ihres Fleisches wegen gejagt.
Letzte Änderung am: 29.06.2009, 12.18 Uhr