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Thema 5 Eichhörnchen - niedlich und nützlich

aus Die große Show der Naturwunder vom Mittwoch, 6.1.2010 | 20.15 Uhr | SWR Fernsehen

Es flitzt den Stamm rauf und runter, springt wagemutig von Baum zu Baum und knackt mit Leichtigkeit die härteste Nuss – das Eichhörnchen ist ein Meister der Geschicklichkeit. Es besiedelt seit jeher Europas Wälder und Stadtbäume und fühlt sich überall dort wohl, wo dichte Baumkronen ausreichend Nahrung bieten.

Aber auch auf dem Waldboden sucht das Eichhörnchen oft nach seiner Lieblingsspeise: Haselnüsse, die zu 60 Prozent aus Fett bestehen und ein hervorragender Energielieferant sind. Außerdem vergräbt der vorsorgliche Nager einen Vorrat für den Winter an verschiedenen Stellen und erstaunlicherweise erinnert es sich an die meisten dieser unterirdischen Vorratskammern. Doch auch die vergessenen Stellen kommen ihm zugute, denn dort können neue Bäume wachsen, die die nächsten Generationen der flinken Gesellen versorgen.

Wie sich auch die Zuschauer im Studio überzeugen konnten, hat das Eichhörnchen kräftige Hinterbeine, die für eine hervorragende Sprungkraft sorgen, so dass es mit bis zu vier Meter langen Sätzen von einem Baum zum anderen fliegen kann. Den 20cm langen buschigen Schwanz benutzt es dabei als Steuer, um seine Sprünge in die richtige Richtung zu lenken. Doch nicht nur als Steuerruder dient seine buschige Rute, sondern er kann noch mehr: je nach Bedarf wird er als Schutz gegen Sonne, Regen oder Kälte verwendet, dient als Fallschirm oder „Tragetasche“ für Babys und zu guter Letzt auch als Balancierstange für den Weg über dünne Zweige.

In dichten Baumkronen hält das Eichhörnchen sich am liebsten auf, da es dort auch vor den scharfen Blicken von Greifvögeln und Mardern geschützt ist. Der rastlose Raser ist im Gewirr der Äste für seine Feinde schwer zu fassen und kommt im Gegensatz zum Baummarder auch über fragile Zweige. Geflügelte Feinde irritiert es mit dem sogenannten Spirallauf. Dabei schraubt es sich in kreisenden Bewegungen um den Baumstamm herum und verschwindet so immer wieder aus dem Blickfeld seines Verfolgers. Das Eichhörnchen klettert mühelos auch an glatten Baumrinden auf und ab, indem es seine langen Krallen in den Stamm einhängt und die Wirbelsäule nachzieht.

Ranga Yogeshwar mit Andreas Karguth

Dieses Prinzip haben sich Wissenschaftler der Technischen Universität Ilmenau zunutze gemacht und gemeinsam mit Andreas Karguth vom Ilmenauer Unternehmen Tetra einen Roboter gebaut, der genau wie das Eichhörnchen senkrecht klettern kann! Im Studio bewies der Roboter, wie er Rohre hinauf klettern und sich an Kabeln hoch hangeln kann. Der „RatNic“ spürt so Schäden in Rohrleitungssystemen auf, an die Menschen nicht gelangen können. Er ist mit einer Kamera ausgestattet, die schwer zugängliche Gebiete sichtbar macht und er hat einen Sensor, der Rauchentwicklung oder ausströmendes Gas anzeigen kann.

Noch ist „RatNic“ ein Prototyp, aber schon in ein paar Jahren soll er marktreif sein und kann dann für Inspektionen in engen Kabelschächten und Rohrleitungen eingesetzt werden. An den Kletterkünsten seines tierischen Vorbildes können wir uns jedoch jetzt schon erfreuen – wir brauchen nur in den nächsten Baumwipfel zu schauen.

Letzte Änderung am: 25.06.2009, 15.13 Uhr



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