aus Die große Show der Naturwunder vom Dienstag, 1.11.2011 | 21.45 Uhr | SWR Fernsehen
Sie sind die Ureinwohner Namibias und gelten als ältestes Volk der Menschheit – die Buschleute, auch San genannt. Für „Die große Show der Naturwunder“ durfte Ranga Yogeshwar in ihre seit Jahrtausenden überlieferte Kultur eintauchen. Während wir das Gespür für die Natur und ihre Wunder längst eingebüßt haben, konnten die San es bewahren und geben es weiter.
Bis heute kennen die Buschleute viele hundert ess- und verwertbare Pflanzen und sind meisterhafte Jäger. Nur ihre hoch entwickelten Techniken und Strategien sicherten ihr Überleben in der kargen Umgebung am Rande der Kalahari. Unser Moderator begab sich auf die weite Reise in den Süden Afrikas, um ihr Wissen über die Natur und ihre Gesetze kennenzulernen.

Doch die erste Begegnung ist ernüchternd: Bittere Armut schlägt dem Filmteam entgegen. Viele Hütten sind aus Wellblech und Plastikplanen gebaut, die Ernährung ist karg und einseitig – Hauptnahrungsmittel ist ein zuckriger Getreidebrei. Es gibt keinen Strom; Wasser muss vom mehrere Kilometer entfernten Brunnen ins Dorf geholt werden. Kaum ein Kind kann die Schule besuchen und Krankheiten wie Tuberkulose sind weit verbreitet – Krankheiten, die bei uns geheilt werden können. Die San leben heute am Rande der Gesellschaft und müssen um ihre Daseinsberechtigung kämpfen. Ist dieses bescheidene Volk nach so vielen Jahrhunderten dem Untergang geweiht?
Seit einiger Zeit nun gibt es berechtigte Hoffnung, dass die Buschleute trotz aller Schwierigkeiten auch die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts meistern könnten. Unterstützt durch eine deutsch-namibische Organisation wurde das Konzept der lebenden Museen ins Leben gerufen. Was vordergründig ein Touristenangebot ist, bietet den San die geniale Möglichkeit, ihre Wurzeln wiederzufinden – und zu bewahren. Sie bauen ihre traditionelle Lehmhütten, stellen Werkzeuge und traditionelle Jagdwaffen her.

Die Älteren geben ihr wohlbehütetes Wissen über den Busch an die Jungen weiter: Vom Hustensaft bis zum nährstoffreichen Käfer findet sich hier alles, was man zum Überleben braucht. Auch Ranga Yogeshwar weihen sie in Fähigkeiten ein, die uns längst verloren gegangen sind. Er lernt was Termiten oder Baumstämme über vorbeigezogene Tiere verraten können, wie man lautlos kommuniziert und sich anpirscht.
Im Dorf tragen die San heute meist Jeans und T-Shirt. Unterwegs im Busch greifen sie aber auf die geräuscharme, traditionelle Lederbekleidung zurück. Nur in wenigen entlegenen Gebieten dürfen die Buschleute überhaupt noch jagen. Viele Gelegenheiten bieten sich nicht, daher hält sich Ranga Yogeshwar im Hintergrund, als sie auf Kudu-Antilopen treffen. Doch dann vereitelt ein anderer Jäger ihren Plan: Ein Leopard versetzt Mensch und Tier in Angst und Schrecken. Die Buschleute wissen, wann man sich besser zurückziehen sollte und überlassen diesmal dem Raubtier sein Revier. Dank ihres ausgeprägten Orientierungssinnes finden sie mühelos den Weg aus der uns immer gleich erscheinende Wildnis zurück ins sichere Dorf.
Durch seine eindrucksvolle Begegnung mit diesem uralten Volk ist Ranga Yogeshwar der Natur wieder ein Stück näher gekommen. In unserem Alltag gerät der Respekt vor unserer Umwelt allzu oft in Vergessenheit – hier könnten wir ihn wiederfinden.
Mehr Bilder zu Rangas Expedition finden Sie in der Bildergalarie.
Letzte Änderung am: 08.08.2011, 15.31 Uhr