aus Die große Show der Naturwunder vom Dienstag, 1.11.2011 | 21.45 Uhr | SWR Fernsehen

Plastik ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Egal ob in Einkaufstüten, Trinkflaschen oder Spielzeug – überall ist Plastik verarbeitet. Für die Herstellung benötigt man normalerweise Erdöl und das wird immer knapper. Deshalb suchen Wissenschaftler schon seit Jahren nach einer alternativen Lösung und als besonders gute Rohstoffquelle zur Kunststoffherstellung hat sich Mais erwiesen.
Die Körner bestehen aus bis zu 70% Stärke, aus der in mehreren Umwandlungsprozessen Milchsäure gewonnen wird. Um keine Konkurrenz zur Lebensmittelindustrie aufzubauen, versuchen Forscher, zukünftig auch Abfälle aus der Landwirtschaft als Rohstoffquelle zu erschließen. Zu einem Granulat verarbeitet, kann dieser maisbasierte Rohstoff dann in alle Formen gegossen oder gepresst werden. So entstehen heute schon Tragetaschen, Geschirr und sogar Kinderspielzeug aus Biokunststoff.

Neben der Schonung der endlichen Ressourcen bieten viele Sorten von Biokunststoff noch einen weiteren Vorteil: Sie sind biologisch abbaubar. Wie wichtig das ist, sieht man an den im Studio gezeigten Gegenständen, die seit 5 Jahren auf dem Müllfriedhof der Stadt Mainz, einer Umweltbildungseinrichtung, lagen. Trinkpäckchen und PET-Flaschen sind zwar ein bisschen schmutzig, aber immer noch gut erhalten. Herkömmliche Plastiktüten brauchen zum Beispiel gut 400 Jahre bis sie verrotten – neue Tüten aus Biokunststoff werden viel schneller von der Natur abgebaut. Trotzdem sollte man sie nicht einfach unachtsam in die Natur werfen.
Zukünftig könnten biologisch abbaubare Tüten dazu genutzt werden, Biomüll zu sammeln und anschließend mit auf die Kompostieranlage gebracht werden. Spezielle Mikroorganismen zersetzen die Tüte dann in unter 90 Tagen!
Letzte Änderung am: 08.08.2011, 15.25 Uhr