aus Die große Show der Naturwunder vom Dienstag, 1.11.2011 | 21.45 Uhr | SWR Fernsehen
Ameisenbären sind merkwürdige Tiere. Neben dem irreführenden Namen – sie sind mit Bären noch nicht einmal verwandt, sondern gehören zur Ordnung der Nebengelenktiere – bieten sie eine ungewöhnliche Erscheinung. Alle vier Arten der Ameisenbären – großer Ameisenbär, nördlicher und südlicher Tamandua und Zwergameisenbär haben eine auffällige Röhrenschnauze.

Im Studio war Tamandua Willi aus dem Zoo Dortmund zu Gast. Wie bei allen Tamanduas ist seine Mundöffnung so schmal, dass keine Zähne hineinpassen. Die sind auch nicht nötig, denn die Leibspeise der Tiere, Termiten und Ameisen, wird einfach mit der Zunge aufgeschleckt, im Mund von hornartigen Strukturen abgeschabt und im Magen vom mitverzehrten Sand zerkleinert. Dabei schnappt sich das schlaue Tier immer nur ein paar Insekten und frisst niemals einen ganzen Bau leer. Durch diese nachhaltige Fressweise kann sich die Population erholen und die Nahrungsquelle versiegt nie!
An den Vorderläufen haben Tamanduas vier Zehen – der dritte ist zur Klaue umgebildet. Die Klauen sind in vielerlei Hinsicht nützlich – sie dienen zum Klettern, zur Verteidigung und zum Aufschlitzen von Termitenbauten. Bei der Fortbewegung am Boden sind die Vorderkrallen weniger praktisch. Sie werden eingeklappt, damit die Innenseite der Pfoten nicht verletzt wird – deshalb laufen die Tiere auf den Außenseiten ihrer Pfoten.
Der Schwanz der Tamanduas macht das Leben in den Baumwipfeln besonders angenehm. Weil Unterseite und Schwanzspitze haarlos sind, kann er beim Herumklettern wie eine zusätzliche Hand genutzt werden. Außerdem dient der Schwanz der Stabilisierung und dem Halten des Gleichgewichts.
Generell ist der Tamandua ein friedliebendes Tier, doch wenn er angegriffen wird, zeigt er sich von seiner ungemütlichen Seite. Aus einer Drüse am Endes des Schwanzes kann der Tamandua ein äußerst unangenehm riechendes Sekret absondern – das schlägt Feinde schon von Weite in die Flucht. Wenn aber doch einer zu nahe kommt, fährt der Tamandua schweres Geschütz auf: Er täuscht dem Angreifer Kraft und Gefahr durch seine Größe vor und präsentiert gleichzeitig seine Verteidigungswaffen – die scharfen Klauen!
Letzte Änderung am: 08.08.2011, 15.23 Uhr