aus Die große Show der Naturwunder vom Donnerstag, 6.1.2011 | 20.15 Uhr | SWR Fernsehen

Island wird beherrscht von Feuer und Eis. Die größte Vulkaninsel der Welt ist aus Feuer geboren und von eisigen Gletschern überzogen. Immer wieder treffen glühendes Magma und kaltes Eis aufeinander – ein Gletschervulkan bricht aus. Diesen Wettkampf der Extremtemperaturen hat Ranga Yogeshwar für „Die große Show der Naturwunder“ nachgestellt.
Brodelndes Magma erreicht Temperaturen von über 1000 °C. Für das Naturwunder-Experiment griff der Moderator zu noch heißerem Material: er verwendete über 2000 °C heißen Spezialstahl. Zusammen mit der Feuerwehr Obererbach wagte er den Versuch: nur Zentimeter über einem Eisblock entzündete Ranga Yogeshwar das explosive Gemisch. Und dann galt es, sich hinter die schützende Sicherheitswand zu retten. Schon wenige Tropfen auf dem kalten Eis genügten, um ein wahres Feuerwerk zu entfachen.
Der Eisblock hatte keinerlei kühlende Wirkung. Dafür produzierte die Reaktion zu hohe Temperaturen. Diese extremen Temperaturen führten zur sogenannten Knallgasreaktion: bei 2000°C zersetzt sich Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff – eine explosive Mischung. Wenn gasförmiger Wasserstoff und Sauerstoff nun aufeinander treffen, entsteht explosionsartig wieder Wasser. Dabei gibt es einen Ohren betäubenden Knall.
Erwacht auf Island also mal wieder ein Vulkan zum Leben, ist sein Ausbruch um so verheerender, wenn er sich unter einem eisigen Gletscher befindet. Wie unser Experiment gezeigt hat, wird die Reaktion durch das Zusammentreffen der Extremtemperaturen erheblich verstärkt. Alle zwei bis drei Jahre kommt es zu diesem faszinierenden Wechselspiel der Naturgewalten. Die Isländer haben gelernt mit dieser drohenden Gefahr zu leben.
Der im Versuch verwendete Spezialstahl wird übrigens weltweit eingesetzt, um Eisenbahnschienen zu schweißen. Er ermöglichte 1899 erstmals das nahtlose Zusammenfügen von Schienen und hat sich bis heute als (ständig weiterentwickeltes) Standardverfahren etabliert – nur dadurch sind die heutigen Hochgeschwindigkeitszüge überhaupt denkbar.
Letzte Änderung am: 26.07.2010, 16.53 Uhr