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Thema 3 Mittagsschlaf - das Leistungsnickerchen

aus Die große Show der Naturwunder vom Donnerstag, 6.1.2011 | 20.15 Uhr | SWR Fernsehen

Die japanische Leistungsgesellschaft macht es uns vor: Hier wird während der Arbeitszeit gerne mal kurz geschlafen oder geschlummert. Sie bezeichnen die kurze Ruhe als "inemuri", was "schlafend präsent sein" bedeutet. Geschlafen wird in Japan überall: in der Bahn, in Restaurants nach dem Essen, bei Meetings, aber auch im Sessel am eigenen Schreibtisch.

In den westlichen Industriestaaten ist so ein kurzer Büroschlaf nicht gerne gesehen. Mittagsschlaf wird hierzulande nur kleinen Kindern oder Senioren zugestanden. Verschiedene Studien belegen aber, dass Mittagsschläfer gesünder und durchaus länger leben. Und so ein kurzer Powernap soll sogar direkt die Arbeitsleitung erhöhen.

Mittagsschlaf

Das hat das Team der großen Show der Naturwunder mit einer Kölner IT-Firma getestet. Für unseren Versuch haben wir 20 Mitarbeiter zwei Tage mit der Kamera begleitet – bei der Arbeit, beim Essen und beim Schlafen. Ihre Leistungsfähigkeit haben wir durch einen wissenschaftlich anerkannten Konzentrationstest überprüft. Der erste Tag war für die Mitarbeiter ein normaler Arbeitstag, abgesehen von dem Konzentrationstest, den wir mit ihnen nach dem Mittagessen gemacht haben. Am zweiten Tag gingen wieder alle Mitarbeiter ganz normal ihrer Arbeit nach – allerdings legten sie sich nach dem Mittagessen für eine halbe Stunde zum Mittagsschlaf hin. Und der Test nach diesem Mittagsschlaf zeigte ein überraschendes Ergebnis: Bei 90% unserer Teilnehmer hat der Mittagsschlaf zu einer Leisungssteigerung geführt. Unser Versuch hat gezeigt, dass bei Menschen, die sonst nie Mittagsschlaf halten, sich sogar ein Mittagsschläfchen bzw. eine halbe Stunde Ruhe positiv auf die Konzentration auswirkt.

Schlafforscher Prof. Dr. Zulley von der Universität Regensburg erklärt: Der Mittagsschlaf entspricht unserem natürlichen Bedürfnis. Die innere Uhr eines Menschen verlangt zwei Ruhephasen – eine nachts, die andere mittags. Erst durch die Industrialisierung wurde die Mittagsruhe abgeschafft und galt als verpönt, weil Maschinen keine Ruhe brauchen. Der Wunsch nach einem Mittagsschlaf steht aber nicht mit dem meist vorangegangenen Mittagessen in Zusammenhang. Im Gegensatz zu bisherigen Annahmen ist der Leistungsabfall auch nicht auf eine allgemeine Ermüdung durch Routine zurückzuführen, sondern auf die Reizüberflutung des Gehirns. Das Gehirn ist regelrecht übersättigt und signalisiert dem Körper durch die Müdigkeit, dass die bisher gesammelten Daten verarbeitet werden müssen. Das geschieht nur in Schlaf- oder Ruhephasen. Und erst danach ist das Gehirn wieder für die Verarbeitung neuer Wahrnehmungen bereit.

Eine halbe Stunde Ruhe bewirkt wahre Wunder und der perfekte Wecker hierfür ist eine Tasse Kaffee: Da das Koffein erst nach 30 Minuten wirkt, stört es nicht beim Einschlafen, macht aber pünktlich wach. Eine längere Schlafphase würde dazu führen, dass der Schlafende in den Tiefschlaf fällt. Das ist zwar nicht schlecht für die Leistungsfähigkeit, aber man fühlt sich erst nach einer längeren Aufwachphase wieder fit und aktiv.

Letzte Änderung am: 26.07.2010, 15.15 Uhr

Mann schaut auf Testbild Sendetermine

10. Juni 2012
20:15 Uhr, MDR
Wiederholung vom 1. September 2011

4. Juli 2012
20:15 Uhr, RBB
Wiederholung vom 11. August 2011

11. Juli 2012
20:15 Uhr, RBB
Wiederholung vom 1. September 2011

19. Juli 2012
20:15 Uhr, im Ersten

16. August 2012
20:15 Uhr, im Ersten

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