aus Die große Show der Naturwunder vom Mittwoch, 29.12.2010 | 20.15 Uhr | SWR Fernsehen

Es ist noch nicht lange her, da legte einer von ihnen wochenlang halb Europa lahm. Vulkane gehören zu den Urgewalten der Erde und üben eine ganz eigene Faszination aus. Weltweit gibt es etwa 2000 aktive Vulkane. Viele von ihnen stehen unter permanenter wissenschaftlicher Beobachtung, doch trotz aller Technik bleiben die feuerspeienden Berge unberechenbar.
Für „Die große Show der Naturwunder“ reiste Ranga Yogeshwar schon vor dem Ausbruch des isländischen Eyafjallajökull nach Italien, wo er den aktivsten Vulkan Europas bestieg.
Vor der Küste Siziliens liegt der Stromboli. Mitten im Meer spuckt er mehrmals pro Stunde glühende Lavafetzen aus, was ihm früher bei Seefahrern den Namen „Leuchtfeuer des Mittelmeers“ einbrachte. Gemeinsam mit Vulkanführer Andrea Ercolani wagte sich Ranga Yogeshwar nach einem schweißtreibenden Aufstieg an den Rand des Vulkans. Auf über 900 m erlebte er das faszinierende Schauspiel des feuerspeienden Stromboli.
Auf seiner Reise machte der Moderator auch einen Abstecher zum Namensgeber aller Vulkane – Vulcano. Hier erwartete ihn eine bizarre Mondlandschaft: die Felsen sind von gelbem Schwefel überzogen und überall steigen beißende Dämpfe aus dem Boden.
Trotz der lauernden Gefahr leben weltweit mehr als eine halbe Milliarde Menschen am Fuße von Vulkanen. Die vulkanische Asche macht den Boden dort besonders fruchtbar und verspricht den Bewohnern reiche Ernten. An den Hängen des Stromboli wurde früher sogar Wein angebaut – die Terrassen kann man heute noch sehen.
Obwohl mittlerweile genaueste Messungen der vulkanischen Aktivität durchgeführt werden, kann bis heute niemand mit Sicherheit sagen, ob und wann ein Vulkan das nächste Mal ausbricht.
Den letzten verheerenden Ausbruch gab es am Stromboli zum Jahreswechsel 2002/2003. Die damaligen Lavaströme waren nicht mal das Gefährlichste. Die Explosionen waren so heftig, dass ein Teil des Vulkankegels den Berg hinab ins Meer rutschte und eine gewaltige Flutwelle auslöste. Einige Häuser am Fuß des Vulkans wurden komplett zerstört, doch wie durch ein Wunder kam niemand ums Leben. Dennoch wurden die Bewohner der Insel evakuiert und durften erst nach zwei Monaten zurückkehren.
Obwohl es jederzeit wieder zu einem solchen Ausbruch kommen kann, geben die Strombolianer ihre Heimatinsel nicht auf: Der Berg übt eine ganz besondere Anziehungskraft auf die Menschen aus. Das ferne Grummeln und Grollen, das einen hier ständig begleitet, hat sogar etwas seltsam Beruhigendes. Ein Ort wie Stromboli führt uns die Urkräfte unserer Erde wieder vor Augen.
Letzte Änderung am: 21.07.2010, 12.33 Uhr