Navigation

Volltextsuche

Thema 9 Lawinen – Die weiße Gefahr

aus Die große Show der Naturwunder vom Samstag, 11.9.2010 | 20.15 Uhr | SWR Fernsehen

Die verschneite Bergwelt strahlt einen ganz eigenen Zauber aus. Der Schnee ist vollkommen unberührt, keine Spur stört die glitzernde weiße Fläche, so fühlt sich Freiheit an – immer mehr Skifahrer erliegen dem Reiz des unberührten Pulverschnees.
Doch manch einer zahlt für dieses kurze Vergnügen einen hohen Preis. Denn wer abseits der Pisten unterwegs ist, begibt sich in akute Lebensgefahr. Allein in den Alpen reißen Lawinen jedes Jahr rund 100 Menschen in den Tod – 90 Prozent davon sind Skifahrer, die das Risiko unterschätzt haben.

Für „Die große Show der Naturwunder“ reiste Ranga Yogeshwar diesmal zum höchsten Berg Deutschlands. Auf der schneebedeckten Zugspitze erlebte er am eigenen Leib, wie machtlos man in den weißen Massen ist.

Schnee lagert sich in Schichten ab. Mit jedem gefallenen Neuschnee steigt die Gefahr eines Lawinenabgangs, denn die Schichten könnten jederzeit abrutschen. Die Schneedecke, die so gleichförmig erscheint, kann stellenweise extrem instabil sein. Schnee unterliegt so vielen Einflüssen, dass er fast unberechenbar ist. Die Beschaffenheit des Geländes, Wind, Temperatur, Sonne und Regen entscheiden darüber, ob der Schnee nass, trocken, locker oder fest ist. Höchste Lawinengefahr besteht am ersten schönen Tag nach einer Schlechtwetterperiode oder im Frühjahr. Die warmen Sonnenstrahlen lassen den Schnee nass und schwer werden – damit sich ein Schneebrett löst, genügt dann der kleinste Auslöser.

Gerät der Schnee einmal ins Rutschen, geht alles rasend schnell. Innerhalb weniger Sekunden können sich große Hangteile lösen und reißen auf ihrem Weg nach unten immer mehr Schneemassen mit sich. An steilen Hängen werden so Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h erreicht. Wer hier hineingerät, wird gnadenlos mitgerissen – und kann sich nicht mehr selbst befreien: schon eine 50 cm dicke Schneedecke ist schwer wie Beton und hält sein Opfer umklammert.

Wer Glück hat, ist nicht alleine unterwegs. Kameradenrettung ist oft die einzige Chance, denn bis die Rettungskräfte eintreffen, verstreichen wertvolle Minuten. Doch der Verschüttete muss erstmal gefunden werden. Unverzichtbar ist hierbei ein Lawinen-Verschütteten-Suchgerät: ein kleiner Piepser, mit dem der Verunglückte geortet werden kann.

Die Kollegen der Bayerischen Bergwacht weisen Ranga Yogeshwar in den Umgang mit dem lebensrettenden Gerät ein. Im Ernstfall zählt jede Sekunde – schon nach 15 Minuten sinken die Überlebenschancen eines Lawinenopfers rapide. Der Moderator probt den Ernstfall: auf einem fußballfeldgroßen Areal wird für ihn ein Schlafsack mit einem Sender vergraben. Im Wettlauf gegen die Zeit versucht Ranga Yogeshwar das „Opfer“ zu orten. Nach quälenden 13 Minuten hat er es gefunden, weitere Minuten verstreichen, bis es ausgegraben ist.

Aber nicht immer sind Kameraden zur Stelle. Die letzte Hoffnung sind dann Lawinensuchhunde der Bergwacht. Wozu diese tierischen Retter fähig sind, will Ranga Yogeshwar ausprobieren. Unter einer meterdicken Schicht aus Schnee lässt er sich vergraben – ein mulmiges Gefühl. Und jederzeit könnte die Schneehöhle einstürzen. Minuten erscheinen nun lähmend lang. Doch auf Lawinenhund Sina ist Verlass: schon nach 3 Minuten hat sie ihn gefunden, und ihr Partner kann beginnen Ranga Yogeshwar aus seinem kalten Gefängnis zu befreien.

Eine beeindruckende Grenzerfahrung, die zeigt, wie wichtig der Respekt vor den Naturgewalten ist. Denn nur die Wenigsten werden lebend aus einer Lawine geborgen.

Letzte Änderung am: 22.06.2010, 14.00 Uhr

Mann schaut auf Testbild Sendetermine

10. Juni 2012
20:15 Uhr, MDR
Wiederholung vom 1. September 2011

4. Juli 2012
20:15 Uhr, RBB
Wiederholung vom 11. August 2011

11. Juli 2012
20:15 Uhr, RBB
Wiederholung vom 1. September 2011

19. Juli 2012
20:15 Uhr, im Ersten

16. August 2012
20:15 Uhr, im Ersten

HD - Gutes noch besser sehen Verstehen Sie Spaß? | Extra HD-Fernsehen

Ab dem 12. Februar sendet die ARD in HD. Alles wissenswerte darüber erfahren Sie hier!

Verstehen Sie Spaß? | Service Mitschnittdienst

Einen Mitschnitt der Sendung erhalten Sie bei der SWR Media GmbH/Mitschnittdienst

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW