aus Die große Show der Naturwunder vom Freitag, 25.12.2009 | 20.15 Uhr | SWR Fernsehen
Ob sie in den tropischen Regenwäldern Lateinamerikas leben oder in der afrikanischen Savanne – von allen Tieren sind Affen uns am ähnlichsten. Sie geben der Natur ein nahezu menschliches Gesicht, denn wir erkennen uns in ihnen wieder. Dabei sind die etwa 200 Affenarten doch sehr unterschiedlich.
Die kleinsten Primaten sind die Zwergseidenäffchen. Sie werden gerade mal 12 bis 15 cm groß. Dagegen ist der Gorilla ein Gigant, denn der größte Affe der Welt schafft es bis zu einer Körpergröße von 1,75m. Seltsam sehen die Nasenaffen auf der Insel Borneo aus, denn ihr Name stammt eindeutig von ihrem gewaltigen Riechorgan. Brüllaffen in den Wäldern Mittel- und Südamerikas verständigen sich über mehrere Kilometer hinweg mit ihren Artgenossen durch lautstarkes Gebrüll, dass bis zu 105 Dezibel laut sein kann – das entspricht dem Lärm eines Presslufthammers.

Die Intelligenzbestien unter den Affen sind aber die Schimpansen. Ihre Lernfähigkeit ist selbst für Forscher oft verblüffend. Ihre neuen Erkenntnisse und Tricks teilen sie dann schnell der ganzen Gruppe mit. Kein Wunder, denn sie sind dem Menschen am nächsten – 98,7% des Genmaterials stimmt mit dem des Menschen überein.
Am Kyoto Primate Research Institut in Japan haben Forscher einen verblüffenden Test mit Schimpansen gemacht. Zuerst brachte man einigen Tieren bei, die Zahlen von eins bis neun zu erkennen und in die richtige Reihenfolge zu bringen. Auf einem Touchscreen Bildschirm ließ man die Zahlen von eins bis neun wahllos erscheinen. Durch Berührung schafften es die Affen, die Zahlen in der richtigen Reihenfolge hintereinander zu berühren.
Danach wurde der Test erschwert. Sobald der Schimpanse die Eins berührte, wurden automatisch die restlichen acht Ziffern von weißen Quadraten verdeckt. Trotzdem schaffte es der Affe, die Zahlen in die richtige Reihenfolge zu bringen und benötigte nur unglaubliche 0,64 Sekunden, um sich die Position der Zahlen auf dem Bildschirm einzuprägen. Grund dafür: Die Schimpansen haben ein sehr gutes fotografisches Gedächtnis.

Zu Gast im Studio waren Silvia Hudlmaier mit Schimpansenbaby Mimi, das große Begeisterung für Frank Elstners Brille entwickelte und Thomas Hudlmaier mit Schimpansendame Sina, die am Touchscreen ihr Zahlentalent bewies.
Hier bietet sich Ihnen nun die Möglichkeit, ihr eigenes fotografisches Gedächtnis zu überprüfen. Sie können das Experiment mit den verdeckten Zahlen online bei uns spielen und herausfinden, ob Sie an die Rekord-Zeitvorgabe von unglaublichen 0,64 Sekunden der japanischen Affen herankommen. Viel Glück!
Letzte Änderung am: 29.07.2009, 09.30 Uhr