aus Die große Show der Naturwunder vom Mittwoch, 6.1.2010 | 20.15 Uhr | SWR Fernsehen
Faultiere tragen ihren Namen eigentlich zu Unrecht. Forscher haben herausgefunden, dass die eigenartigen Baumbewohner in ihrem natürlichen Lebensraum – den Baumkronen Mittel- und Südamerikas - nur etwa acht bis zehn Stunden pro Tag schlafen. In Gefangenschaft allerdings verbringen sie bis zu 16 Stunden schlafend.

Faultier Sleepy und Norbert Zajac
Den Rest des Tages fressen sie. Faultiere ernähren sich überwiegend von Blättern verschiedener Baumarten, von denen der Ameisenbaum den Hauptanteil ausmacht. Da dieses nährstoffarme Futter nur sehr langsam verdaut werden kann, ist die Verweildauer der Nahrung im Körper verhältnismäßig lang. So kann der Mageninhalt gelegentlich bis zu ein Drittel des Körpergewichts ausmachen. Faultiere haben den niedrigsten Stoffwechsel aller Säugetiere. Damit so wenig Energie wie möglich verbraucht wird, bewegen sich Faultiere sehr langsam.
Trotzdem sind sie sehr geschickt. Das ändert sich, wenn sie den Boden ansteuern. Da sie weder Handflächen noch Fußsohlen haben, finden sie auf der Erde keinen Halt. Faultiere sind eben perfekt an das Leben im Baum angepasst!

Das Faultier verlässt seinen Baum nur etwa alle acht Tage und zwar, um Kot abzulassen. Wegen des langsamen Stoffwechsels ist der Toilettengang in dieser Seltenheit überhaupt möglich. Es verrichtet sein Geschäft unmittelbar am Fuße des Baumes und düngt diesen damit.
Letzte Änderung am: 25.06.2009, 14.47 Uhr