aus Die Große Show der Naturwunder vom Donnerstag, 3.7.2008 | 20.15 Uhr | Das Erste

Frank Elstner und Feuerwehrtrainer Peter Kraft
Der schwarze Kiefernprachtkäfer muss sich für Waldbrände erwärmen: Er verfügt über einen Sensor der auf Infrarot-Strahlung anspricht, die von brennendem Holz ausgeht. Der "Feuerkäfer" kann Waldbrände noch aus 80 Kilometern Entfernung aufspüren.
Was für andere zur tödlichen Falle wird, ist für ihn überlebenswichtig: Unmittelbar nach Waldbränden legen die Weibchen des Kiefernprachtkäfers in der verkohlten Rinde verbrannter Bäume ihre Eier ab. Da viele andere Insektenarten eine frische Brandfläche meiden, können sich die Käferlarven dort weitgehend unbehelligt von Konkurrenz und Feinden entwickeln. Ihre Fähigkeit verdanken die erwachsenen Insekten einem Sinnesorgan auf ihrer Unterseite: Dort sitzen zahlreiche Sensoren, die auf die Infrarot ("IR")-Strahlung eines Waldbrandes außerordentlich empfindlich reagieren.
Bei den Infrarotfühlern des Käfers handelt es sich um abgewandelte Mechanosensoren. Das ist eine neuartige und elegante Messmethode für IR-Strahlung. Die Rezeptoren bestehen aus kleinen Kügelchen, die sich bei auftreffender IR-Strahlung erwärmen und ausdehnen.
Auch für Ranga wurde es heiß. Ausgerüstet mit Atemmaske und professionellem Schutzanzug wagte er sich zusammen mit Feuerwehrtrainer Peter Kraft in unseren Feuertruck und spürte am eigenen Leib die Gewalt eines so genannten Flash-Overs. Eine gewaltige Feuerwalze raste über ihre Köpfe hinweg.
Öffnet man bei einem Brand eine geschlossene Tür, können sich darin befindliche Rauchgase durch die plötzliche Luftzufuhr explosionsartig entzünden - es kommt zum gefürchteten Flash-Over, der auch schon viele Feuerwehrleute das Leben gekostet hat.
Rauch bewegt sich von oben nach unten. Quillt Rauch unter der Tür hindurch, ist das ein Zeichen dafür, dass der gesamte Raum bereits mit giftigem Rauch angefüllt ist. In diesem Fall sollte man unter keinen Umständen den Raum betreten!
Ein weiteres gefährliches Fehlverhalten im Ernstfall demonstrierte Ranga Yogeshwar im Feuertruck: In einem Topf hatte sich Öl entzündet. Ranga unternahm einen Löschversuch und schüttete ein Glas Wasser in das brennende Öl. Durch dieses Verhalten kam es zu einer Fettexplosion mit gewaltiger Strichflamme. Fett brennt erst ab einer Temperatur von 180°C. Gibt man nun Wasser hinzu, sinkt es auf Grund der höheren Dichte auf den Topfboden und verdampft. Es kommt zu einer starken Volumenausdehnung, das Fett wird plötzlich aufgewirbelt - und explodiert.
Richtig wäre gewesen, den Topf mit Hilfe einer Brandschutzdecke abzudecken, um die Sauerstoffzufuhr zu unterbinden. Ein einfacher Deckel reicht sogar schon aus, aber auch eine Wolldecke erfüllt ihren Zweck.
Letzte Änderung am: 05.06.2008, 00.00 Uhr