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Nie wieder "Tauberl vergiften im Park" Zum Tod von Georg Kreisler

aus der Sendung vom Donnerstag, 24.11.2011 | 23.15 Uhr | SWR Fernsehen

Er war Dichter, Sänger, Kabarettist, Pianist und Komponist: Georg Kreisler hatte viele Talente, doch berühmt war er vor allem für seinen pechschwarzen Humor. Nach einer schweren Infektion ist er am 22. November im Alter von 89 Jahren in Salzburg gestorben.

Georg Kreisler, im Mai 2011 vor einem seiner Auftritte  in der Maske

Georg Kreisler

1922 in Wien als Sohn eines jüdischen Rechtsanwalts geboren, emigrierte Georg Kreisler nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1938 mit seinen Eltern nach Hollywood. Kreisler wurde als Klavierbegleiter und Arrangeur von den großen Studios engagiert und so als 17-Jähriger zum Ernährer der Familie.

„Geh’n ma Tauberl vergiften im Park“ oder „Wie schön wäre Wien ohne Wiener“ – mit zynisch-provokanten Stücken wie diesen ist Georg Kreisler schließlich im deutschsprachigen Raum bekannt geworden. Mit 33 Jahren war er trotz allem in seine Heimatstadt zurück gekehrt. Scheinbar spielerisch ging er mit Worten und mit Klängen um. Mit seinem beißenden Spott und seiner kritisch-satirischen Texten begeisterte er Publikum und Kritiker. Gleichzeitig aber wurde er oft auch boykottiert und zensiert.

Rund sechshundert Chansons und Lieder stammen aus der Feder von Georg Kreisler. Hinzu kommen Romane, Kurzgeschichten, Essays, Komödien, Musicals und eine Oper. Der Mann mit der dicken schwarzen Hornbrille liebte die Abwechslung. Wir erinnern an das Multitalent.

Letzte Änderung am: 22.11.2011, 16.14 Uhr