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Der Kühlturm Was Anselm Kiefer an Atomkraftwerken so fasziniert!

aus der Sendung vom Donnerstag, 24.11.2011 | 23.15 Uhr | SWR Fernsehen

An Ideen für Aufsehen erregende Projekte hat es dem Superstar der internationalen Kunstszene noch nie gemangelt. Nun sorgt Anselm Kiefer wieder einmal für Schlagzeilen. Er will das stillgelegte Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich kaufen und "an sein eigenes Netz" hängen. Wir haben mit ihm gesprochen.

Anselm Kiefer

Er ist ein Superstar der internationalen Kunstszene: der 1945 in Donaueschingen geborene Anselm Kiefer, dessen monumentale Werke Millionensummen erzielen. Aus den Trümmern der Geschichte und den Formen der Natur schuf er seine ganz eigene Ikonographie. Eine Kunst, die souverän die Grenzen zwischen Malerei, Bildhauerei und Architektur überwindet und die derzeit gleich an mehreren Orten zu betrachten ist: "Shevirat Ha-Kelim", "Bruch der Gefäße", heißt eine aktuelle Kiefer-Schau, mit der der neue Erweiterungsbau des Kunstmuseums Tel Aviv Anfang dieses Monats eröffnet wurde. Noch bis Mitte Januar 2012 zeigt das Frieder Burda Museum in Baden-Baden Arbeiten von ihm. Und im Kino läuft gerade Sophie Fiennes Dokumentarfilm über den großen Mystiker: "Over your Cities Grass will grow" ("Über euren Städten wird Gras wachsen").

Kunst, die polarisiert

Die Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit ist zentrales Thema im Oeuvre von Anselm Kiefer, auch wenn er sein Repertoire längst erweitert, sich mit der Kabbala, mit historischen Frauengestalten, mit Mao und der Kulturrevolution oder den mystischen Erkenntnissen der Rosenkreuzer beschäftigt hat.

Keine Frage: Anselm Kiefer und sein Werk polarisieren - gestern wie heute. Dieser Tage ist der Künstler, der seit 1993 in Frankreich lebt, wieder einmal in aller Munde: Er will das stillgelegte Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich kaufen und "an sein eigenes Netz" hängen. Nach der Katastrophe von Fukushima und dem gerade erst beschlossenen Atomausstieg nicht weiter verwunderlich, folgte auf seine Äußerungen in einem "Spiegel"-Interview Ende Oktober ein Rauschen im Blätterwald.

Wir wollten wissen, was es mit Anselm Kiefers jüngstem Coup auf sich hat und trafen den Künstler zu einem Interview in seinem derzeitigen Atelier in den ehemaligen Lagerhallen einer Kaufhauskette bei Paris.

(Quelle: TTT/WDR)

Letzte Änderung am: 21.11.2011, 18.07 Uhr