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SENDETERMIN Fr, 12.2.2016 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Sendung am 12. Februar Markenzeichen: Unverkennbar!

Hauptsache extrem und bizarr! Manchen Menschen ist jedes Mittel recht, um sich vom Durchschnitt abzugrenzen, sie wollen Auffallen um jeden Preis. Ob Fahrradschlauch-Lippen, Augapfel-Tattoos, Zungenspaltungen – das Wichtigste für solche Optik-Optimierer ist es, aus der Masse herauszustechen. Ihr individuelles Lebensgefühl soll sofort im Äußeren sichtbar werden.

Selbstverwirklichung macht auch nicht vor der Wohnungseinrichtung Halt: Der Dracula-Fan schläft nicht im biederen Doppelbett, sondern klappt allabendlich den Deckel seines Eiche-Rustikal-Sargs zu. Der Science-Fiction-Liebhaber wohnt nicht im banalen Reiheneckhaus, er lässt seinen Häusertraum im Stil eines Raumschiffs wahr werden.

Anders sein als die Anderen – nicht jeder ist das mit eigener Absicht. Manche rücken auch unfreiwillig in den Mittelpunkt. Wer beispielsweise als Folge einer Tumorerkrankung mit einem deformierten Gesicht leben muss, für den ist jeder Tritt vor die Haustür ein Spießrutenlauf vor entsetzten und mitleidigen Blicken.

Was ist heutzutage überhaupt noch normal? Warum wird der Drang immer größer, sich bewusst eigen- und andersartig von der Gesellschaft abzugrenzen? Wie kann aus einem vermeintlichen Makel ein Markenzeichen werden?

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Die Gäste

Porträt von Heino

Heino

Blond, Brille, Bariton - das sind die Erkennungszeichen und das Erfolgsgeheimnis von Kultsänger Heino. Seit Jahrzehnten lieben ihn die Massen, er besang die schwarzbraune Haselnuss genauso wie den blauen Enzian. Bis er vor zwei Jahren seine Kernkompetenz, das deutsche Volkslied, verließ und sich nochmal ganz neu erfand: Heute rockt er in Nietenlederjacke Heavy-Metal-Festivals, seine Kultbrille aber ist geblieben: „Wenn ich einst begraben werde, dann nur mit meiner geliebten schwarzen Brille.“


Portrait von Dolly Buster

Dolly Buster

Blond wie Heino ist Dolly Buster ebenso, aber ihre Markenzeichen unterscheiden sich dennoch gravierend: Die ehemalige Pornoqueen ist bekannt für ihre silikonunterstützte Oberweite und für ihre prägnante Stimme mit tschechischem Akzent. Bereits als Kind wollte das Mädchen aus Prag anders sein als die Anderen und auf jeden Fall berühmt werden: „Ich wollte schon sehr früh aus der Masse herausstechen. Für mich ist es eine Horrorvorstellung, normal oder durchschnittlich zu sein.“


Portrait von Peter Brownbill

Peter Brownbill

Bitte bloß nicht auffallen! Das war für Peter Brownbill lange Zeit das Wichtigste. Der 1,20 Meter-Mann schämte sich für seine Kleinwüchsigkeit: „Sehr lange wäre ich in der Masse am liebsten verschwunden.“ Bis er mit 40 seinen Job bei der Stadtverwaltung kündigte und seinen vermeintlichen Makel zum Markenzeichen machte: Heute ist er Schauspieler und froh darüber, dass er sich durch seine Körpergröße von anderen Darstellern deutlich unterscheidet.


Portrait von Markus Wright

Markus Wright

Auch nach Markus Wright dreht sich fast jeder um, doch das hat er sich selbst ausgesucht. Der Österreicher trägt mitten im Gesicht ein großflächiges Totenkopf-Tattoo, unzählige Piercings und Vampirzähne. In seiner kleinen Heimatstadt ist der 26-Jährige bekannt wie ein bunter Hund: „Für so manchen ist mein düsteres Aussehen nicht unbedingt einfach, ich fühle mich aber in meiner tätowierten Haut sehr wohl.“ Sein Körperkult kennt dabei keine Grenzen: Auf seiner Wunschliste stehen noch tätowierte Augäpfel und eine gespaltene Zunge.


Portrait von Jens Hilbert

Jens Hilbert

Jens Hilbert ist ebenfalls ein bekennender Paradiesvogel. Seine Kleiderordnung lautet: Hauptsache bunt, schräg und schrill. Doch das war nicht immer so. Früher wurde der Odenwälder als Außenseiter verspottet und lebte deshalb sehr zurückgezogen. Bis er begann, mit seinem Äußeren zu experimentieren. Heute liebt der Selfmade-Millionär und Unternehmer das Blitzlichtgewitter: „Ich polarisiere gerne, das ist auch mein Erfolgsgeheimnis. Nur mit einem gesunden Selbstwertgefühl sind überdurchschnittliche Leistungen und Karrieren möglich.“


Portrait von Prof. Dr. Hans-Peter Erb

Prof. Dr. Hans-Peter Erb

„Die meisten Menschen wollen dazugehören, aber dennoch unverwechselbar sein“, so Sozialpsychologe Dr. Hans-Peter Erb. Der Hamburger Universitätsprofessor und Vorurteilsforscher weiß, wie wichtig für die Weiterentwicklung einer Gesellschaft gerade auch die Menschen sind, die ihre Individualität in besonderem Maße ausleben: „Dieses Bedürfnis hängt sehr stark mit dem Hang zu Kreativität zusammen. Und davon leben Innovationen, die uns voranbringen.“

Sendung vom

Fr, 12.2.2016 | 22:00 Uhr

SWR Fernsehen

Sendezeit

Freitag, 22.00 Uhr

im SWR Fernsehen

Thema am 29. Juli 2016

Mein Erfolgsgeheimnis (Wh.)

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