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Fernsehen im SWR

Nachtcafé am 25. Juni Gesellschaftsspiel Klatsch (Wh.)

Sendung vom Freitag, 25.6.2010 | 22.00 Uhr | SWR Fernsehen

Doch nicht nur auf der gesellschaftlichen Bühne spielt Klatsch und Tratsch eine große Rolle, auch im Kleinen - sei es im Büro oder in der Nachbarschaft - ist die Lust daran weit verbreitet: Ob Nachbars neue Liebschaft, die sexuelle Untreue des Schwagers oder die Finanzpleite eines Kollegen, wie in einem Gesellschaftsspiel macht so was schnell die Runde.

Nicht wenige sind von Klatsch und Tratsch genervt, vor allem, wenn es sie selbst betrifft - doch manche sagen auch, dass Klatsch und Tratsch der Schmierstoff des sozialen Miteinanders ist und somit eine wichtige Funktion erfüllt.

Wiederholung vom 30. Januar 2009

Wieland Backes, Christian Scherz und Jürgen Drews

Wieland Backes, Christian Scherz und Jürgen Drews

Die Gäste

Jürgen Drews

Jürgen Drews findet seit Jahrzehnten in und mit der Klatschpresse statt. Ob Schlagzeilen über seinen angeblich gelifteten Po oder die enorme Milchproduktion seiner Frau Ramona - der selbsternannte „König von Mallorca“ ist immer für eine Meldung gut. Für den Musiker war das der richtige Weg, um in seinem Metier über Jahre erfolgreich zu bleiben: „Wenn man zwischendurch keinen Hit hat, ist es zumindest wichtig, im Gespräch zu bleiben.“

Gülcan Kamps

Privat und öffentlich scheint auch Gülcan Kamps kaum zu trennen, aber das stört die TV-Moderatorin nicht. Ihre Hochzeit verfolgten Millionen als Doku-Soap im Fernsehen, in den Printmedien ist sie immer wieder Gegenstand von Klatsch und Tratsch. Genau dies hat sie zur Prominenten gemacht und wenn schlecht über sie geredet wird, nimmt sie es leicht. „Jeder sollte das tun, wobei er sich am besten entfalten kann“.

Dr. Christian Schertz

Der Medienanwalt Dr. Christian Schertz hat schon zahlreiche Stars und Sternchen vertreten, deren Privatleben unfreiwillig in die Öffentlichkeit gezogen wurde. Um das zu verhindern rät er seinen prominenten Mandanten auch mal zur Strategie des gesteuerten Abtauchens. Viele Prominente seien aber seiner Meinung nach an ihrem Schicksal selber schuld, denn sie nutzten die Medien ebenso und dann ist ihre Privatsphäre kaum mehr zu schützen. Überflüssig, denn „wirkliche Prominenz definiert sich einfach durch Kompetenz und Können“.

Wolfgang Willerscheid

Eigentlich lebt der Dachdeckermeister Wolfgang Willerscheid mit seiner Familie in einer Idylle, wäre nicht der Nachbar, der ihn seit Jahren mit übler Nachrede im 200-Seelen Dorf verunglimpft. Sogar des Bankraubs beschuldigte er ihn ohne jegliche Beweise bei der Kripo und im Ort. Mit boshaftem Tratsch schürte er den Neid auf das schöne Haus und den gut laufenden Betrieb. Trotz erwiesener Unschuld und Rehabilitation ist der Ruf im Ort nachhaltig ruiniert. „Man muss Lügen nur oft genug erzählen, dann werden sie zur Tatsache“.

Waltraud Jordan

Angefangen hat es bei Waltraud Jordan 1971 mit Autogrammkarten, dann wollte sie immer mehr wissen über die Prominenten auf den Fotos. So entwickelte sie eine Sammelleidenschaft an Zeitungsartikeln und hortete alle Neuigkeiten, die ihr wichtig schienen. Mittlerweile nimmt ihr Archiv den Dachboden des Hauses ein und sie wurde zur Fachfrau in Sachen Klatsch und Adelshäuser. „Mit meinen Freundinnen kann ich darüber nicht mehr tratschen, die sind nicht informiert“.

Peter Lewandowski

Sein Magazin steht für gehobenen Klatsch und Lifestyle auf dem Markt der People-Blätter. Entscheidend ist für den Chefredakteur der Gala, Peter Lewandowski, der vertrauensvolle Umgang mit den Stars und ihren Geschichten. Positive Imagepflege und Unterhaltung sollen die Leser bekommen und das danken ihm Prominente wie Tom Cruise mit Exklusiv-Geschichten. „Die Verachtung gegenüber der Klatschpresse ist längst dem gehobenen Partygespräch über Prominente gewichen“.

Prof. Jörg Bergmann

Professor Jörg Bergmann hat das Wesen des Klatsches in aufwändigen Untersuchungen erforscht und weiß: Jeder klatscht gerne. Und am meisten Spaß mache es den Menschen seiner Meinung nach, wenn es auf Kosten anderer gehe. Beim Klatsch werde seit Jahrhunderten schmutzige Wäsche gewaschen: „Man vergleicht sich mit dem anderen und sucht die Fehler hinter der perfekten Fassade.“

An der Bar

Lisa Loch und Wieland Backes

Lisa Loch und Wieland Backes

Lisa Loch

Ganz unfreiwillig wurde Lisa Loch zum Gegenstand von öffentlichem Klatsch. Als 16-Jährige aufgrund ihres Namens von Stefan Raab via Fernsehen in pornographischer Manier verhöhnt, hatte dies enorme Auswirkungen auf ihren Schulalltag in einem Mädchengymnasium. Hinter ihrem Rücken wurde über sie gelästert und sie fühlte sich mit der Zeit ausgegrenzt. Lisa Loch verklagte Raab – mit Erfolg. „Es war schlimm, wie sich plötzlich alle die Mäuler über mich zerrissen haben.“


Letzte Änderung am: 16.06.2010, 18.24 Uhr