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Schlagersängerin Mara Kayser verlor auf tragische Weise ihren geliebten Vater. Die Tatsache, dass sie sich nicht mehr von ihm verabschieden konnte, quälte sie fortan und legte sich viele Jahre wie ein Schleier über ihr Leben. „Die ersten zehn Jahre nach dem Tod meines Vaters erlebte ich wie ein nicht enden wollender Albtraum: Nach außen habe ich funktioniert, in meinem Innersten war ich jedoch reglos“. Erst dank einer Therapie lernte sie, ihre Trauer zu verarbeiten.
Eine Therapie zur Verarbeitung ihrer Tragödie kommt für Eddie Lange nicht in Frage. Ihr Leben ist vom Tode überschattet, die Dozentin verlor fünf Menschen aus ihrem engsten Umfeld durch Suizid, darunter Ehemann, Lebenspartner und ihre Tochter. „Die Arbeit, meine Disziplin hat mich diese schweren Zeiten überleben lassen. Doch der Schmerz vergeht nie, leider heilt die Zeit eben doch nicht alle Wunden“. Die Frage der Mitschuld an den Selbsttötungen lässt sie bis heute nicht los.
Lebenslang wird sich Tilman Holweg um seine schwerstbehinderte Tochter kümmern müssen. Er macht für ihre Hirnschädigung Behandlungsfehler bei ihrer Geburt verantwortlich. Seither ist kein Stein mehr auf dem anderen: Der Vater gab seine gutgehende Medienagentur auf und kümmert sich rund um die Uhr um Deike. Er prozessierte vergeblich gegen Klinik und Ärzte und sieht nun seine letzte Hoffnung beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte: „Ich werde erst meinen Frieden finden, wenn wir Gerechtigkeit erfahren.“
Seit seiner Geburt hat Mario Galla einen verkürzten Oberschenkel – und hat es geschafft, genau diesen Makel zu seinem Markenzeichen zu machen. Mit seiner Beinprothese läuft das Supermodel auf den internationalen Laufstegen für die großen Designer – auch in kurzen Hosen. “Ich bin schon immer selbstbewusst mit meinem Handicap umgegangen. Man sollte sich durch seine Person und nicht durch seine Behinderung definieren“, sagt der Hamburger, der an einer Imbissbude fürs Modelbusiness entdeckt wurde.
Von makelloser Schönheit träumte Gertraud Wagner und ließ sich ihre ersten störenden Gesichtsfältchen mit Silikon unterspritzen. Damit begann vor 20 Jahren für die einst erfolgreiche Geschäftsfrau eine unendliche Leidensgeschichte. Durch Entzündungen und Fibrosen ist das Gesicht der früher bildhübschen Bayerin trotz chirurgischen Nachkorrekturen bis heute entstellt. Sie durchlebte Zeiten der totalen Isolation und Depression. Heute sagt sie: „Von Schönheits-OPs kann ich nur abraten. Jeder soll sich so annehmen wie er ist, das ist das wahre Glück“.
Prof. Jürgen Bengel ist Experte bei der Bewältigung von Schicksalsschlägen. Wie jemand mit einer schweren Lebenssituation umgeht, hänge maßgeblich von seinen Kindheitserfahrungen und von seinem nahen Umfeld ab, sagt der Professor vom Institut für Psychologie der Uni Freiburg. „Die Wege der Bewältigung sind vielfältig. Erfahrungsgemäß bewältigen Menschen, die über ihre Belastung reden können, ihre Situation besser und schneller als jene, die dies ausschließlich mit sich selbst ausmachen“.
Wer Mariam begegnet, erschrickt erst mal: Die 47-Jährige trägt langes Haar, dazu einen Vollbart. Den selbstbewussten Umgang mit ihrem außergewöhnlichen Aussehen hat sie sich hart erkämpft: 23 Jahre lang versuchte sie, ihre Besonderheit zu verheimlichen, zupfte, wachste und epilierte gegen den ausufernden Bartwuchs an. Vor zwei Jahren entschied sich die Mutter eines Sohnes jedoch, zu ihrem Bart zu stehen und ließ ihn wachsen. Erstaunte, zum Teil schockierte und angewiderte Blicke gehören nun zu ihrem Alltag.
Letzte Änderung am: 14.02.2012, 16.37 Uhr