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Die Gewerkschaften in Rheinland-Pfalz fordern eine ehrlichere Arbeitslosenstatistik. Die derzeitige Statistik der Bundesagentur für Arbeit sei "geschönt", sagte DGB-Landeschef Dietmar Muscheid am Samstag in Rehweiler. Viele Arbeitssuchende tauchten darin nur als sogenannte Unterbeschäftigte auf.
Eine aktive Arbeitsmarktpolitik brauche ehrliche Zahlen, forderte Muscheid auf der Landeskonferenz der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA). Insgesamt habe es im vergangenen Jahr zwar eine positive Entwicklung mit einem leichten Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung gegeben, räumte der Gewerkschafter ein. Wenn man aber hinter die positiven Zahlen der Arbeitslosenstatistik schaue, müsse man erkennen, dass "von Entspannung keine Rede" sein könne.
So würden ältere Arbeitslose über 58 Jahren, die schon zwölf Monate kein Arbeitsangebot erhalten haben, von der Statistik kurzerhand nicht mehr als arbeitslos gezählt, kritisierte Muscheid. Auch alle Arbeitssuchenden in Eingliederungs-, Eignungsfeststellungs- oder Trainingsmaßnahmen fielen aus der offiziellen Statistik heraus. Wenn man diese und andere sogenannte Unterbeschäftigte mitzähle, dann ergebe sich für Rheinland-Pfalz eine Gesamtzahl von fast 139.000 Arbeitslosen statt der offiziell gemeldeten gut 104.000, rechnete der Gewerkschaftschef vor.
Letzte Änderung am: 28.01.2012, 13.39 Uhr