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BaumholderAbzug von US-Soldaten offenbar beschlossene Sache

Die USA haben ihre Pläne für den Abzug von Militäreinheiten aus Europa konkretisiert. Zwei in Europa stationierte schwere Brigaden fallen den Sparzwängen zum Opfer. Eine davon ist demnach die 170. Infanteriebrigade in Baumholder. Es gibt allerdings bereits Pläne, die wirtschaftlichen Folgen des Abzugs zu minimieren.

Die wirtschaftlichen Konsequenzen wolle man abfangen, indem man andere US-Einheiten zeitweilig zu Übungen mit NATO-Partnern in die Region schicke, sagte der Staabschef des US-Heeres General Raymond Odierno am Freitag in Washington.

Die erste Brigade solle bereits im nächsten Jahr, die zweite im Jahr 2014 aufgelöst werden, so Odiano. Neben Baumholder ist auch die 172. Infanteriebrigade mit Standorten in Grafenwöhr und Schweinsfurt betroffen. In Europa würden damit ab 2014 nur noch zwei amerikanische Einheiten stanioniert bleiben und zwar in Pfilzeck in der Oberpfalz und im italienischen Vizenca.

Eine schwere Brigade (Heavy Brigade Combat Team (HBCT) ist eigentlich eine normale Panzerbrigade, die aber zusätzlich von Artillerie oder Pionieren und anderen Truppenteilen unterstützt wird. Die Stärke dieses "Kampfmoduls" liegt bei rund 3.700 Mann, dazu kommen allein 30 schwere Panzer.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) war zuvor noch davon ausgegangen, dass Baumholder ein dauerhafter Standort der US-Armee bleiben werde. Der Standort Baumholder gilt mit seinen knapp 5.000 Soldaten als größte deutsche US-Garnisonsstadt. Mit deren Familien und Zivilisten leben nach US-Angaben rund 13.000 Amerikaner in der Kleinstadt im Kreis Birkenfeld.


Lewentz hatte gegenüber dem SWR erklärt, es sei von US-Seite signalisiert worden, es werde Ersatz geben, wenn die 170. Infanteriebrigade aus Baumholder abgezogen wird. Er hoffe darauf, dass Logistikeinheiten kommen, die ebenfalls fest dort stationiert werden. Bereits im vergangenen Dezember habe er Gespräche dazu in Washington geführt und werde auch im Frühjahr wieder in Washington sein. In den USA werde durchaus anerkannt, dass Rheinland-Pfalz viel für die US-Truppen tue, zum Beispiel Wohnraum für die Familien der Soldaten schaffe. Auch dies sei ein Kriterium für die Entscheidung, welche Truppen wo stationiert würden. Wenn sich die Amerikaner aber tatsächlich komplett aus Baumholder zurückziehen sollten, wäre das ein ganz erheblicher Verlust für die Region, sagte Lewentz weiter.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta hatte weitere Einzelheiten zu den Sparplänen für die Armee bekanntgegeben. Die Zahl der US-Soldaten soll in den kommenden fünf Jahren um rund 90.000 verkleinert werden. Die amerikanische Militärpräsenz in Europa wird drastisch verringert.

Einsätze in Afghanistan und dem Irak

Die Brigade in Baumholder war im Februar 2011 erstmals zu einem Einsatz nach Afghanistan geschickt worden. Derzeit läuft der Einsatz aus: Von rund 3.400 Soldaten seien 85 Prozent bereits zurückgekehrt, sagte eine Sprecherin der US-Garnison Baumholder. Bis Mitte Februar werde die Brigade wieder komplett in Baumholder sein. Drei vorherige Auslandseinsätze gingen in den Irak.

Letzte Änderung am: 28.01.2012, 14.12 Uhr

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