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MainzGedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

In Rheinland-Pfalz ist am Freitag vielerorts an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert worden. In der Gedenkstunde des Landtags stand das Schicksal der Sinti und Roma im Blickpunkt. Auch an vielen Schulen gab es Veranstaltungen und Projekttage.

Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) und Landtagspräsident Joachim Mertes forderten im Parlament mehr Zivilcourage gegen Diskriminierung und Rechtsextremismus. "Es gibt keine Alternative zur Menschlichkeit", sagte Beck bei der Gedenkstunde. Es sei unbegreiflich, dass es noch immer Menschen mit "braunem Gedankengut" gebe. Beck sprach sich erneut für ein Verbot der NPD aus.

"Wir wissen, wir sind dieses Trauma der Neonazis noch nicht los", sagte Mertes mit Blick auf die Mordserie der Zwickauer Terrorzelle. Auch in Deutschland würden bestimmte Gruppen weiter benachteiligt, etwa Sinti und Roma. "Wir müssen den Mund aufmachen." Zugleich kritisierten Beck und Mertes, dass Sinti und Roma in Teilen Europas nach wie vor diskriminiert würden.

Jacques Delfeld, Vorsitzender des Landesverbands der Sinti und Roma, forderte, "den Antiziganismus ebenso zu ächten wie den Antisemitismus." Erfreulicherweise würden sich Sinti und Roma in jüngster Zeit vermehrt wieder zu ihrer Herkunft bekennen, auch wenn dies nach wie vor riskant sei. "Sinti und Roma sind seit 600 Jahren in Deutschland. Sie sind deutsche Staatsbürger, aber sie haben erneut Angst vor Übergriffen."


Städte erinnern an die Gräuel

An der Gedenkstätte des Pfalzklinikums in Klingenmünster wurde mit einer Kranzniederlegung der rund 2.000 Menschen mit Behinderungen und psychiatrischen Erkrankungen gedacht, die dort von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Auch in Kaiserslautern, Koblenz, Ludwigshafen, Worms, Landau und Neustadt an der Weinstraße sollte es Gedenkfeiern und Kranzniederlegungen geben. In der Trierer Innenstadt sollte am Freitagnachmittag ein Stolperstein-Rundgang angeboten werden.

Der 27. Januar ist der internationale Holocaustgedenktag. An diesem Tag im Jahr 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau.

Letzte Änderung am: 27.01.2012, 14.43 Uhr

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