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Klimawandel in Baden-Württemberg

Durch Hochwasser überfluteter Neckar bei Lauffen

Die durchschnittliche Temperatur im Land wird voraussichtlich bis 2050 um 1,7 Grad steigen. Wärmere und nasse Winter sowie trockene heiße Sommer sind die Folge. Wetterextreme wie starker Regen und Hochwasser werden häufiger und heftiger.



Ein alter Mann sitzt mit einem Ventilator in seinem abgedunkelten Zimmer.

Hitzewellen werden den Menschen in den Sommermonaten zu schaffen machen. Vor allem Alte, Kranke und Kleinkinder werden darunter zu leiden haben. Dass Menschen durch die Hitze sterben, wird kaum zu vermeiden sein.



Menschen baden im Bodensee vor Pfahlbauten

Die Zahl der warmen Tage (über 25 Grad) und die der heißen Tage (über 30 Grad) werden steigen. Frühjahr und Herbst werden wärmer, in den Sommermonaten wird es seltener regnen. Die Badesaison wird früher beginnen und später enden.



Bauernhof am Schluchsee im Schwarzwald

Profitieren wird der Sommertourismus im Land. Ausgedehnte Schönwetterperioden werden den Urlaub in Baden-Württemberg interessanter machen. Viele südeuropäische Länder werden zu heiß sein, um dort Sommerurlaub zu machen. Auch für deren Bewohner könnte Urlaub in Deutschland attraktiver werden.



Gottesanbeterin

Neue Tiere und Pflanzen aus dem Mittelmeerraum werden bei uns heimisch. Sie können die Tierwelt bereichern, aber auch das Ökosystem durcheinander bringen. Vor allem heimische Arten, die es feucht und kühl lieben, werden nordwärts oder in Höhenlagen ausweichen, andere werden aussterben.



Ambrosia-Pflanzen vor einem Getreidefeld

Die Ambrosia-Pflanze wird die Pollensaison verlängern. Die Klimaerwärmung gibt der eingewanderten Pflanze in den Herbstmonaten die Chance noch zu blühen, und ihren stark Allergie auslösenden Pollen zu verteilen.



vertrocknete Maispflanzen in der Sonne

Die Landwirtschaft wird sich umstellen müssen. Wärmeliebende Arten wie der Mais werden verstärkt angebaut werden. Neue Getreidearten müssen auch Trockenperioden und Unwettern trotzen können. Die Landwirte werden mit weniger Wasser auskommen müssen.



Weintrauben

Die Weinbauern könnten zu den Gewinnern des Klimawandels gehören. Mehr Wärme und mehr Sonne werden die Qualität des Weins verbessern. Neue Traubensorten könnten angebaut werden. Gebiete, die bisher zu kühl waren, könnten für den Weinbau erschlossen werden.



Ein Spaziergänger läuft mit einem Regenschirm unter einem Skilift einen braunen Hang hinauf.

Zu den Verlierern wird der Wintertourismus im Land gehören. Nur in Höhenlagen über 800 Meter wird es kühl genug sein, dass der Schnee nicht weg schmilzt. Für viele Liftbetreiber in mittleren Höhenlagen im Schwarzwald und auf der Alb wird sich der Betrieb der Anlagen nicht mehr lohnen.



Waldarbeiter beim Fällen eines Baums

Andere Baumarten werden in unseren Wäldern auftauchen. Die Douglasie, ein Nadelbaum ähnlich der Fichte, gehört dazu. In manchen Regionen werden Buche und Eiche zunehmen, in anderen werden sogar Arten aus dem Mittelmeerraum wie die Pinie wachsen.



Häuser im Rohbau mit Solarzellen auf dem Dach.

Die Produktion von Solarstrom wird wirtschaftlich interessanter. Durch steigende Energiepreise und die Zunahme der Sonnentage in vielen Regionen Baden-Württembergs amortisieren sich solche Anlagen schneller.



Angler am Ufer vor dem Atomkraftwerk Neckarwestheim

Die Flüsse im Land werden in den Sommermonaten weniger Wasser führen. Betreiber von Atomkraftwerken müssen sich umstellen, da sie häufiger nicht mehr ausreichend Kühlwasser aus den Flüssen beziehen können. Immer wärmere Flüsse setzen die darin lebenden Tier- und Pflanzenarten unter Stress.