Diese Locke wird von Russel Croft noch einmal liebevoll onduliert. Der Amerikaner gehört zu 13 Sandkünstlern, die bei den "Sandwelten2010" vergängliche Skulpturen aus den kleinen Körnchen formen. Die Kunstwerke sind im Höhenpark auf dem Stuttgarter Killesberg zu sehen.
Die Künstler kommen aus aller Welt und haben hart am Auftritt ihrer Werke gearbeitet. Insgesamt wurden rund 500 Tonnen Sand verbaut. Bis zu drei Meter hoch und 40 Tonnen schwer können die Skulpturen werden.
Motto der Veranstaltung ist die Mobilität der Zukunft. Naheligend, denn Hauptsponsor sind die Planer des umstrittenen Bahnprojekts "Stuttgart 21". Auf dem Killesberg ist der neue Hauptbahnhof schon fertig, wenn auch nur aus Sand. Die Reisenden des niederländischen Künstlers Jaap Tichler müssen nicht einmal den Regen fürchten, denn der Sand aus Rinningen bei Ulm ist so fein und verzahnt, dass das Nass der Kunst nichts anhaben kann.
Deshalb schadet auch diese feine Wasserdusche nicht. Finnlands Jussi Miettinen scheint zufrieden mit seiner Skulptur "Pläne werden lebendig".
Uldis Zarins aus Lettland gibt seinem Automobil den letzten Schliff. Sieht zwar schnittig aus, bleibt aber trotzdem brav stehen, damit alle Besucher es bewundern können.
Die "Erfindung des Rades" des tschechischen Künstlers Jiri Kaspar hat bereits einen begeisterten Fan gefunden. Der Nachwuchs bei den Sandkünstlern scheint also gesichert zu sein.
Auf den ersten Blick vielleicht kein Bild, das der Betrachter mit Mobilität verbinden würde. "Wieder zusammen" des niederländischen Künstlers Michel de Kok setzt aber doch auch irgendwie eine gewisse Bereitschaft voraus, einander auch räumlich wieder nahe zu kommen.
Zu sehen sind die Sandskulpturen noch bis zum 30. September 2010.