Angela Merkel hat gut lachen, denn sie ist es, die den Deutschen Medienpreis 2009 erhält. Die Bundeskanzlerin wird laut der Jury aus führenden Chefredakteuren für ihre Berechenbarkeit und Verlässlichkeit geehrt. Der jährlich vom Baden-Badener Marktforschungsunternehmen Media Control vergebene Preis ist ein gesellschaftliches Ereignis. Und die Liste der bisher ausgezeichneten Personen ist außergewöhnlich und bedeutend.
Letztes Jahr war es niemand geringerer als der Dalai Lama (l.), der den Preis erhielt - übrigens aus der Hand des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU). Zum 50. Jahrestag seiner Vertreibung aus Tibet wurde der Dalai Lama unter anderem deswegen nach Baden-Baden geladen, weil er mit seinem friedvollen Wirken Menschen in aller Welt beeinflusst habe. Eine passende Begründung, denn mit dem Deutschen Medienpreis werden seit 1992 Persönlichkeiten geehrt, die die Gesellschaft oder die Politik aus Sicht der Jury wesentlich geprägt haben.
Der Deutschen Medienpreis 2007 ging gleich an zwei herausragende Sportler und besondere Menschen: Bescheiden, authentisch und sozial engagiert, drei gute Gründe für die Jury, Steffi Graf und Andre Agassi auszuzeichnen. Nebenbei gab das Ehepaar im Kongresszentrum der Kurstadt noch eine richtig gute Figur ab.
Auch ein König gehört zum illustren Kreis der Preisträger: Spaniens Juan Carlos I. erhielt den Preis 2006. "Sein Mut, seine Entschlossenheit und politische Vision waren die Voraussetzungen für den friedlichen Übergang Spaniens zur Demokratie. Kaum ein Medienereignis hat den Gang der europäischen Geschichte so beeinflusst wie die Fernsehansprache des Königs, die vor 25 Jahren den Putsch gegen Parlament und Demokratie beendete", so die Jury.
Eigentlich ist der Preis ja undotiert. Eine Ausnahme wurde aber beim Preisträger 2005 gemacht. Bono, Sänger der irischen Rockband U2 und Afrika-Aktivist, erhielt neben der Auszeichnung noch 100.000 Dollar (rund 81.000 Euro). Das Geld wollte er für sein humanitäres Engagement nutzen, für das er geehrt worden war. Das dürfte auch Ex-Bundesaußenminister Joschka Fischer (l.) gefreut haben, der die Laudatio hielt.
Wegbereiterin Angela Merkels: Hillary Rodham Clinton war die erste aktive Politikerin, die mit dem Deutschen Medienpreis ausgezeichnet wurde. Die damalige US-Senatorin und einstige First Lady erhielt den Preis für "ihre vorbildhafte Stärkung der Rolle der Frau in Politik, Gesellschaft und Medien".
Medienpreisträger 2003 wurde laut Jury ein Mann, in dem viele die "letzte moralische Instanz" sehen. Der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan (l.) stehe wie "kein anderer Politiker für den Grundgedanken der Vereinten Nationen, nach einer besser organisierten und friedlicheren Welt zu suchen." Die Laudatio teilten sich der frühere US-Präsident Bill Clinton (2.v.l.) und Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (2.v.r.). Medienunternehmer Karlheinz Kögel (r.) überreichte den Preis.
Unermüdlich nutzen sie Status und Einfluss, um hungernden Kindern und Menschen in Not zu helfen. Dafür erhielten Königin Silvia von Schweden (r.) und Königin Rania von Jordanien 2002 den angesehenen Preis. "Zwischen Orient und Okzident" heißt es in der Begründung, haben die Königinnen neue Akzente gesetzt und ihre Rolle an der Seite berühmter mächtiger Männer genutzt, um bedürftige Menschen durch Spendensammlungen und eigens gegründete Hilfsorganisationen zu unterstützen.
Bei der Befragung von Media Control bezeichnete die überwiegende Mehrheit aller Chefredakteure Rudolph Giuliani (l.), ehemaliger Bürgermeister von New York, als herausragende Persönlichkeit des Jahres 2001. Die Jury ehrte ihn für seine Tatkraft, seinen Mut und sein unermüdliches Mitgefühl, das ihn nach den Angriffen auf das World Trade Center am 11. September 2001 zur herausragenden Persönlichkeit New Yorks und Amerikas machte. Den Preis erhielt Giuliani aus den Händen des damaligen Bundesinnenministers Otto Schily (r.).
Der erste Preisträger des neuen Jahrtausends war Bundeskanzler Gerhard Schröder. Schröder präge, so die Begründung der Jury, ein neues Deutschlandbild und zeige eine neue Form im Umgang mit Menschen, Medien und der Macht.
Zur Preisverleihung Schröders reisten auch frühere Preisträger an. Ex-US-Präsident Bill Clinton (l.) hatte den Preis 1999, der Ex-Präsident Südafrikas, Nelson Mandela (M.), hatte ihn 1998 erhalten. Zuvor waren auch schon König Hussein von Jordanien (1997), Boris Jelzin (1996), Yassir Arafat und posthum Yitzhak Rabin (1995), François Mitterrand (1994), Helmut Kohl (1993) und als erster im Jahr 1992 Helmut Thoma ausgezeichnet worden.
Der Preis selbst ist übrigens immer ein Unikat und wird von der Staatlichen Majolika-Manufaktur in Karlsruhe gefertigt. Jedes Jahr werden Form und Farbe verändert. Das hier ist die Skulptur des Deutschen Medienpreises 2007.
Nein, sie hat noch keinen Deutschen Medienpreis bekommen. Dafür aber wird sie die Laudatio auf Angela Merkel halten: Opernstar Anna Netrebko.
Die Preisverleihung selbst findet am 9. Februar im Festspielhaus Baden-Baden statt. Dazu geladen sind den Angaben zufolge 150 führende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur. [zurück zur Nachrichtenseite Baden-Württemberg]