Am 11. März 2009 um kurz nach halb zehn wird aus der Albertville-Realschule in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) der Notruf eines Schülers abgesetzt: Ein Amokläufer befindet sich in der Schule. Minuten darauf trifft zunächst ein Kriseninterventionsteam am Tatort ein, kurze Zeit später ist ein Großeinsatz der Polizei zusammengestellt. Die Fahndung nach dem inzwischen flüchtigen Täter wird eingeleitet.
Viele Schüler und Lehrer wissen zunächst noch gar nicht, was passiert ist. Später erfahren sie: Der Täter stürmte in mehrere Klassenzimmer und eröffnete mit einer Pistole das Feuer. An der Realschule werden acht Schülerinnen und ein Schüler sowie drei Lehrerinnen getötet.
Das Einsatzkommando der Polizei umfasst in kürzester Zeit rund 1.000 Kräfte. Bei der Großfahndung werden auch Spürhunde und Hubschrauber eingesetzt.
Die Albertville-Realschule, die zusammen mit einem Gymnasium in einem Schulzentrum mit insgesamt 1.000 Schülern untergebracht ist, wird von der Polizei zügig weiträumig abgesperrt.
Beamte bringen Schüler, Lehrer und Passanten in Sicherheit.
Rettungswagen stehen bereit, um die Verletzten so schnell wie möglich versorgen zu können.
Schon bald stellt sich heraus: Bei dem Amokläufer handelt es sich um den 17 Jahre alten Tim K. aus Leutenbach im Rems-Murr-Kreis. Ein Jahr zuvor hat er an der Albertville-Realschule seinen Abschluss in Mittlerer Reife gemacht.
Um die Mittagszeit endet die Flucht des Amokläufers in Wendlingen. Es kommt zu einem Schusswechsel mit der Polizei, bei der Tim K. von zwei Schüssen im Bein getroffen wird. Kurz darauf tötet er sich mit einem Kopfschuss selbst.
Bei der Durchsuchung des Elternhauses von Tim K. in Leutenbach findet die Polizei 14 Waffen in einem Tresor. Der Vater des jungen Mannes ist Mitglied eines Schützenvereins und hatte sie legal erworben. Eine 15. Waffe und mehr als 200 Schuss Munition fehlen.
Die Tatwaffe des Amokläufers: eine Beretta 9 mm (Reproduktion eines Farbausdruckes der Polizei).
Das Entsetzen nach der Tat ist groß - im Internetforum "Twitter" äußern sich geschockte User zu dem Amoklauf an der Albertville-Realschule.
Noch am Mittwochnachmittag werden als Zeichen der Anteilnahme Blumen vor die Schule gelegt.
Bei einem ökumenischen Gottesdienst in der St. Karl-Borromaeus Kirche in Winnenden gedenken Trauernde am Mittwochabend der Opfer des blutigen Amoklaufs. [zurück zur Sonderseite]